GIZ: Herausforderungen der Flüchtlingskrise aktuell im Fokus

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587 Millionen Euro, um Flüchtlinge zu unterstützen

Perspektiven für Menschen zu schaffen, steht im Mittelpunkt der
Arbeit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit
(GIZ) GmbH. Als Dienstleisterin der Bundesregierung setzt die GIZ
aktuell vor allem auf eine wirksame Unterstützung von Menschen, die
vor gewaltsamen Konflikten aus ihrer Heimat flüchten. „Die Lage der
Flüchtlinge ist mehr als beunruhigend. Aber es ist gut zu wissen,
dass wir wirksam unterstützen können“, stellt GIZ-Vorstandssprecherin
Tanja Gönner anlässlich der Jahrespressekonferenz fest.

Mit 2,1 Milliarden Euro hat die GIZ im Jahr 2015 das größte
Geschäftsvolumen seit Bestehen verzeichnet. Dabei ist die
Unterstützung von Flüchtlingen und den aufnehmenden Gemeinden von
großer Bedeutung. Im vergangenen Jahr hat die GIZ dafür Aufträge in
Höhe von 179 Millionen Euro erhalten. 2016 sind bereits Aufträge für
die nächsten drei Jahre in Höhe von 408 Millionen eingegangen, um für
Unterkünfte, Jobs, Bildung und damit für eine Perspektive zu sorgen.
Tendenz steigend. Schwerpunkte der Arbeit liegen im Südosten der
Türkei, im Nordirak, Libanon und Jordanien.

Deutschland hat die Mittel für die Flüchtlingshilfe deutlich
aufgestockt, die Europäische Union plant Weiteres. „Durch unsere
Arbeit wissen wir, die Menschen wollen in oder zumindest in der Nähe
ihrer Heimat bleiben“, so Gönner. „Aber dafür brauchen sie eine
Perspektive. Dafür setzen wir uns ein. Wir schaffen Perspektiven
durch Entwicklung.“

„Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (BMZ) ist mit 1,7 Milliarden Euro Auftragsvolumen bei
weitem der größte Auftraggeber der GIZ. Die Förderung nachhaltiger
Entwicklung weltweit verbindet sich aktuell mit der drängenden
Herausforderung, kurzfristig Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden zu
unterstützen und mittel- und langfristig Fluchtursachen zu mindern“,
betont BMZ-Staatssekretär Dr. Friedrich Kitschelt,
Aufsichtsratsvorsitzender der GIZ. „Mehr als drei Milliarden Euro
stellen wir hierfür in diesem Jahr direkt oder indirekt bereit. Bei
der Umsetzung können wir uns auf das langjährige Know-How und die
Professionalität der GIZ verlassen.“

Der Bereich Flucht und Migration gehört neben Klimaprogrammen zu
den größten Tätigkeitsfeldern der GIZ. In den Ländern um Syrien
schafft die GIZ in diesem Jahr im Auftrag des BMZ beispielsweise
30.000 Jobs durch gezielte Beschäftigungsmaßnahmen (Cash-for-Work).
Das sind einfache Tätigkeiten, wie etwa das Anlegen von
Abwasserkanälen, das Anpflanzen von Bäumen oder die Abfallentsorgung
in Flüchtlingscamps. So erhalten die Menschen schnell verfügbares
Einkommen, das letztlich auch ihren Familien zugutekommt. Insgesamt
werden 150.000 Menschen davon profitieren.Hilfs

Dabei arbeitet die GIZ auch mit Nichtregierungsorganisationen
zusammen, darunter UNICEF. Im Mittelpunkt stehen Kinder und
Jugendliche, die mehr als die Hälfte der Flüchtlinge weltweit
ausmachen. Im Nordirak leben zwei Millionen irakische Flüchtlinge im
eigenen Land, darunter viele Jesiden, die zur religiösen Minderheit
zählen. Hinzu kommen 200.000 Syrer. Die GIZ baut hier im Auftrag des
BMZ zehn Schulen für insgesamt 70.000 Kinder, in 14 neu errichteten
Gemeindezentren erhalten sie außerdem psychosoziale Betreuung.

UNICEF organisiert im Auftrag der GIZ Sport- und
Kulturveranstaltungen, um den Kindern Beschäftigung und Abwechslung
zu bieten.

Ausblick 2016 und Bilanz 2015

Für das laufende Jahr erwartet die GIZ ein weiteres Wachstum.
Gönner: „Die GIZ ist Dienstleisterin für die gesamte Bundesregierung
und für mehr als 300 Auftraggeber weltweit tätig.“ Gleichzeitig wird
die Arbeit immer anspruchsvoller. Mehr als die Hälfte der Länder, in
denen die GIZ tätig ist, sind fragile Staaten. Sie sind von Krisen
gezeichnet oder von bewaffneten Konflikten bedroht. „Vor allem unsere
langjährige Präsenz in den Einsatzgebieten hilft uns, auch unter
diesen schwierigen Bedingungen weiter wirksam zu arbeiten“, so
Gönner.

Im Rekordjahr 2015 (2,1 Milliarden Euro) lag das Geschäftsvolumen
110 Millionen über dem Vorjahr. Hauptauftraggeber der GIZ ist das BMZ
mit 1,7 Milliarden Euro. Darin enthalten sind 236 Millionen Euro von
Dritten wie der Europäischen Kommission, ausländischen Regierungen
oder Stiftungen, die als Kofinanziers zusätzliche Mittel zur
Erweiterung der Maßnahmen bereitstellen. Bei Aufträgen anderer
Bundesministerien ist das Volumen im Jahr 2015 auf 250 Millionen Euro
gestiegen – ein Zuwachs um 11 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr
(2014: 239 Millionen Euro). Die Gesamtleistung von GIZ International
Services, mit der die internationale Zusammenarbeit der
Bundesregierung ohne deutsche Steuermittel unterstützt wird, betrug
im Jahr 2015 rund 166 Millionen Euro.

Für die GIZ arbeiteten zum Jahresende 2015 insgesamt 17.319
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (31.12.2014: 16.410). Wie im Vorjahr
gehörten rund 70 Prozent der Beschäftigten – insgesamt 11.949
Personen – zum einheimischen Personal in den Einsatzländern. Zudem
waren für die GIZ im vergangenen Jahr 730 Entwicklungshelfer tätig.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
GmbH ist ein weltweit tätiges Bundesunternehmen. Sie unterstützt die
Bundesregierung in der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige
Entwicklung und in der internationalen Bildungsarbeit. Die GIZ trägt
dazu bei, dass Menschen und Gesellschaften eigene Perspektiven
entwickeln und ihre Lebensbedingungen verbessern.

Weitere Informationen zur Unterstützung der GIZ für Flüchtlinge
unter www.giz.de/flucht

Pressekontakt:
GIZ-Pressestelle
Telefon: +49 6196 794466
E-Mail: presse@giz.de

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