Glaubwürdigkeit, Sparzwänge und die Erfüllung des Programmauftrags / ARD-Vorsitzende Karola Wille im Gespräch mit „M Menschen Machen Medien Online“

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„Mit dem Begriff Glaubwürdigkeitskrise sollte man
vorsichtig umgehen. 68 Prozent, der Menschen sagen laut dem ARD-Trend
2015, dass, das Erste Deutsche Fernsehen mit seinen Angeboten
glaubwürdig ist. Gleichwohl nehmen wir das Thema ernst. Wir hören ja
die „Lügenpresse“-Rufe auf der Straße“, erklärt die ARD-Vorsitzende
Karola Wille auf M Online, dem medienpolitischen ver.di-Magazin.
Weiter „verlässlich Qualität bieten und gleichzeitig ein Stück
transparenter im journalistischen Handeln werden“, sei die Aufgabe.
„Wir stehen für eine saubere und korrekte Recherche und müssen in
unseren Angeboten die Differenziertheit der Welt abbilden, in der die
Menschen sich bewegen“, betont Wille.

Der Beginn der Amtszeit von MDR-Intendantin Karola Wille für den
Vorsitz der ARD fällt zusammen mit einer heftigen Debatte über die
Glaubwürdigkeit der Medien und mit einer neuen Gebührenrunde. Die KEF
schlägt in ihrem 20. Bericht vor, den Rundfunkbeitrag erneut zu
senken. Dabei bringt die Digitalisierung neue Aufgaben mit sich, etwa
das geplante Online-Jugendangebot oder auch die Umstellung beim Radio
von UKW auf DAB+. Der Konflikt zwischen Sparzwängen und Erfüllung des
Programmauftrags des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist
unübersehbar.

„Am Programm werden wir immer zuletzt sparen“, hebt Wille auf M
Online hervor. Seit 2009 sei der Rundfunkbeitrag nicht mehr angehoben
worden, der angemeldete Finanzbedarf liege unterhalb der allgemeinen
Teuerungsrate. „Das haben wir mitgetragen, um die Umstellung von der
alten Rundfunkgebühr auf das neue Beitragsmodell zu unterstützen.“
Und auch weiterhin werde die ARD nach Möglichkeiten suchen, um
Synergien zu erzielen, etwa im IT-Bereich, räumt Wille ein. Jedoch,
wenn wie beim WDR künftig Werbeeinnahmen wegfallen, weil der
Gesetzgeber entsprechende Regelungen getroffen habe, müsse das
kompensiert werden, damit eine bedarfsgerechte Finanzierung
gewährleistet bleibe, erklärt Wille auf M Online.

Pressekontakt:
M Menschen Machen Medien
Karin Wenk, Chefredakteurin
Telefon: +49 (0)30 6956 2326
Telefax: +49 (0)30 6956 3676
Karin.Wenk@verdi.de
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