Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen Kernbrennstäbe aus Deutschland / Umweltschützer legen Gesetzentwurf zum Ausstieg aus Brennelementproduktion vor

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(Niedersachen), 10. 5. 2017 – Gegen die weitere
Lieferung von Brennstäben an europäische Atomkraftwerke protestieren
Greenpeace-Aktivisten heute vor der Brennelementefabrik ANF in
Lingen. Zu den belieferten Kraftwerken gehören auch die überalterten
Reaktoren Fessenheim (Frankreich) Tihange/Doel (Belgien) nahe der
deutschen Grenze. Diese Reaktoren sind immer wieder nach schweren
Störfällen abgeschaltet worden. „Der deutsche Atomausstieg ist
absolut inkonsequent. Deutschland kann nicht aus der Atomenergie
aussteigen aber zugleich ohne absehbares Ende Schrottreaktoren in
ganz Europa antreiben“, sagt Heinz Smital, Atomexperte von
Greenpeace. „Die Bundesregierung muss auch die Herstellung von
Kernbrennstoff in Deutschland beenden. Einen Gesetzentwurf haben wir
heute in Berlin an Umweltministerin Barbara Hendricks übergeben.“
(Entwurf: http://gpurl.de/xbD7V)

Eine besondere Gefahr geht von den belgischen Atomkraftwerken
Tihange (65 Kilometer entfernt von Aachen) und Doel aus, an deren
Reaktordruckbehältern tausende Risse gefunden wurden. Experten des
Bundesumweltministeriums sind daraufhin zu dem Schluss gekommen, dass
die Sicherheit der belgischen Reaktoren nicht ausreichend
nachgewiesen worden sei. Ein Super-Gau kann bis zu einer Entfernung
von 600 Kilometern um den Reaktor Evakuierungen notwendig machen. Im
Fall der belgischen Reaktoren und des französischen AKW Fessenheim
(20 Kilometer entfernt von Freiburg) wären Millionen Menschen auch in
Deutschland betroffen. Die Atomindustrie ist für solche Unfälle weder
ausreichend versichert noch gibt es umsetzbare Konzepte, wie auf
einen solchen Super-Gau reagiert werden kann. (Eine Studie zur
Atomhaftung finden Sie hier: http://bit.ly/2qvAWGE)

Die Schließung der Kernbrennstoffwerke in Deutschland ist
rechtlich möglich.

Die Fabrik in Lingen ermöglicht den Betrieb von Atomreaktoren
europaweit und gefährdet mittelbar auch das Territorium der
Bundesrepublik Deutschland. Die Brennelementproduktion verursacht
zudem zusätzlichen Atommüll dessen Entsorgung bisher ungelöst ist.
„Vor diesem Hintergrund muss das Gesetz zum Atomausstieg in
Deutschland auf die Brennelementproduktion und die Urananreicherung
erweitert werden“, fordert Smital. „Der hierfür nach der
verfassungsgerichtlichen Rechtsprechung erforderliche –legitime
Zweck– liegt vor.“ Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat
heute die Rechts-Expertise zur Schließung von Atomfabriken in
Deutschland von Greenpeace bekommen.

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Heinz Smital Tel.
0171-8780803 oder Pressesprecher Björn Jettka Tel. 0171-8780778.
Fotos erhalten Sie unter 040-306185377 Videomaterial unter
0175-5891718. Den Gesetzentwurf finden Sie hier:
http://gpurl.de/xbD7V Greenpeace-Pressestelle: Telefon 040-30618-340,
Email presse@greenpeace.de; Greenpeace auf Twitter:
http://twitter.com/greenpeace_de, auf Facebook:
www.facebook.com/greenpeace.de.

Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

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