Greenpeace: G7 dürfen nur noch wenig CO2 ausstoßen // 2-Grad-Ziel nur mit drastischen CO2 Einsparungen zu erreichen

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Garmisch-Partenkirchen, 7. 6. 2015
– Um das 2-Grad-Klimaziel noch einzuhalten, müssen die G7-Staaten
ihren Ausstoß von Treibhausgasen rasch und deutlich senken. Dazu
müssen sie die besonders klimaschädliche Kohleverstromung deutlich
reduzieren. Dies zeigen Berechnungen der Umweltschutzorganisation
Greenpeace zum heutigen Beginn des G7-Gipfels. Auf ihren Anteil an
der Weltbevölkerung umgelegt, stehen den G7-Staaten noch etwa zehn
Prozent des globalen CO2-Budgets (565 Milliarden Tonnen) zu, das noch
in die Atmosphäre gelangen darf. Auf Basis ihrer jüngsten
Jahresemissionen werden die G7-Staaten dieses anteilige CO2-Budget
von 60 Milliarden Tonnen in weniger als sieben Jahren aufgebraucht
haben. „Wenn die G7 weiter Anspruch auf eine Führungsrolle in der
Welt erheben wollen, müssen sie jetzt einen Fahrplan für den Ausstieg
aus der Kohle vorlegen“, sagt Greenpeace-Klimaexperte Tobias
Münchmeyer.

Von 1990 bis 2013 haben die G7 den Anteil der Kohle an ihrem
Energiemix lediglich um 8,2 Prozentpunkte gesenkt. Entsprechend
gering fiel der Rückgang des CO2-Ausstoßes zwischen 1990 und 2012 mit
1,3 Prozent aus. Dabei zeigt zuletzt ausgerechnet China, dass sich
Emissionen bei Kohlekraftwerken rasch senken lassen. Während das Land
mit seinen vielen neuen Kohlekraftwerken zwischen 2000 und 2010 die
Hälfte des Anstiegs der globalen CO2 Emissionen verantwortete, sind
die energiebedingten Emissionen 2014 erstmalig um etwa 1 Prozent
gefallen. Dieser Trend hat sich in den ersten vier Monaten des Jahres
mit einem Minus von 5 Prozent noch verstärkt. Jahrelang haben die
G7-Länder mit Verweis auf China beim Klimaschutz zu wenig
unternommen. (Briefing zu Chinas Auswirkungen auf den globalen
Ausstoß von Treibhausgasen: http://bit.ly/1dlUmCU)

Widerstand gegen Kohle wird breiter

Weltweit reagieren immer mehr Akteure auf die Erkenntnisse der
Klimawissenschaft, dass große Teile der Kohle- und Ölvorräte im Boden
bleiben müssen, um die Erderwärmung unter der als kritisch
angesehenen Grenze von 2 Grad zu halten. Erst vergangenen Freitag
stimmte Norwegens Parlament einstimmig dafür, dass der Pensionsfond
des Landes – einer der größten Staatsfonds weltweit – seine
Investitionen aus Unternehmen abzieht, die Geschäfte mit fossilen
Energien machen. Finanzdienstleister wie die Axa-Versicherungsgruppe,
große Stiftungen wie die Rockefeller Foundation und Kirchen wie die
Church of England hatte zuvor ähnliche Beschlüsse gefasst. „Die
G7-Staaten drohen beim Klimaschutz zum Bremser zu werden. Der Erfolg
des Gipfels wird davon abhängen, ob Merkel gemeinsam mit ihren sechs
Kollegen ein klares Signal für den Ausstieg aus der Kohle liefert“,
so Münchmeyer.

In Deutschland hat Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) eine
Klimaabgabe vorgeschlagen, die den CO2-Ausstoß besonders alter und
schmutziger Kohlekraftwerke drosseln soll. Doch Kanzlerin Merkel
schweigt im heftigen Streit um diesen notwendigen ersten Schritt.
„Ohne ein klares Bekenntnis der Kanzlerin zur Klimaabgabe wird Merkel
auf Elmau nicht glaubhaft mehr Klimaschutz von ihren G7-Partnern
fordern können“, so Münchmeyer.

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Tobias Münchmeyer, Tel.
0151-145 330 73, oder Pressesprecher Gregor Kessler, Tel. 0151-72 70
29 18 Greenpeace-Pressestelle: Telefon 040-30618-340, Email
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