Greenpeace-Kommentar zum Unesco-Report / Schutz des Great Barrier Reef

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29. Mai 2015 – Heute hat die UN-Kulturorganisation
Unesco ihre Empfehlung zum Schutz des Great Barrier Reef
veröffentlicht (http://bit.ly/1cn6VNA). Damit reagiert das
Welterbe-Komitee auf die geplanten Schutzmaßnahmen im
„Reef-2050-Plan“ der australischen Regierung, die mit dem Ausbau der
Kohleförderung das Weltnaturerbe gefährdet. Die Unesco äußerte heute
nach wie vor deutliche Bedenken und fordert binnen 18 Monaten von
Australien einen Fortschrittsreport ein.

KOMMENTAR von Greenpeace-Meeresexpertin Dr. Sandra Schöttner: „Das
Welterbe-Komitee zeigt der australischen Regierung die rote Karte und
behält sie im Auge. Gut so! Denn das Great Barrier Reef ist in Gefahr
– auch wenn die Regierung das nicht hören will. Doch selten waren
sich Umweltschützer, Wissenschaftler und Banken so einig:
Kohleförderung oder Riffschutz – beides zusammen geht nicht.

Die Folgen der Kohleförderung für das ökologisch wertvolle Great
Barrier Reef mit seinen tausenden Korallen- und Fischarten sowie
empfindlichen Meerestieren wie Dugongs oder Schildkröten wären
massiv. Zudem heizt die Verbrennung der Kohle in den Abnehmerländern
wie China und Indien den Klimawandel weiter an – und damit den
Hauptverursacher des Riffsterbens.

Auf der kommenden Unesco-Tagung in Bonn müssen die Delegierten
sich deshalb mit aller Kraft für das Great Barrier Reef einsetzen.
Sie müssen einen engen Zeitrahmen zur Überprüfung des Riffschutzes
vereinbaren und insbesondere den Ausbau der Kohlehäfen direkt im
Weltnaturerbe klar ablehnen.

Dass man der aktuellen Abott-Regierung die Zukunft des Great
Barrier Reef nicht überlassen kann, zeigt ein Blick auf die geplanten
Schutzmaßnahmen. Der Reef 2050-Plan lässt zum Beispiel nach wie vor
Kohleminen und Hafenerweiterungen zu. Premier Tony Abbott muss diese
Schlupflöcher sofort aus dem Reef 2050-Plan tilgen, den Bau der
Carmichael-Mine und die Erweiterung des Kohlehafens in Abbot Point
absagen. Wir appellieren an die Geldgeber, ihre finanzielle
Beteiligung dazu zurückzuziehen. Australien muss dringend seine
Energiepolitik auf Erneuerbare umstellen.“

KONTAKT

Für Rückfragen erreichen Sie Dr. Sandra Schöttner, Meeresexpertin
Greenpeace Deutschland, unter Tel. +49 151-569 044 45. Im
australischen Greenpeace-Büro stehen Jess Panegyres, politische
Beraterin, unter Tel. + 61 424 090 396 und Sara Holden,
Pressesprecherin, unter +61 417 329 504 zur Verfügung.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN:

– Die Unesco hatte Australien aufgefordert, einen Schutzplan für
das Great Barrier Reef vorzulegen und das Weltnaturerbe unter
besondere Beobachtung gesetzt.
– Der australische Umweltminister Greg Hunt legte im September
2014 den Reef 2050 Long-Term Sustainability Plan
(http://bit.ly/1xxHQtr) vor.
– Greenpeace Australien hatte den Reef-2050-Plan als vollkommen
ungeeignet kommentiert (http://gpurl.de/ZpSE2) und mit dem
Report „Great Barrier Grief“ (http://gpurl.de/Uw6iD) aufgezeigt,
warum das Korallenriff auf die „Rote Liste der bedrohten
Welterbe“ gesetzt werden muss.
– Ab dem 28. Juni 2015 tagt die Unesco unter deutschem Vorsitz in
Bonn und wird über den Schutzstatus des Great Barrier Reef
entscheiden.
– Der heute eingeforderte Fortschrittsbericht soll bei der
Welterbe-Tagung 2017 diskutiert werden.

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