Heute ist Weltspieltag – Deutsches Kinderhilfswerk fordert Umdenken in der Ausgestaltung des deutschen Schulalltags

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Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert zum heutigen
Weltspieltag ein Umdenken in der Ausgestaltung des deutschen
Schulalltags. Mit einer stärkeren Integration des Spiels in den
Schulalltag sollen die freien Entfaltungsmöglichkeiten von Kindern in
Bildungseinrichtungen gefördert werden, um sie in ihrer emotionalen
und kognitiven Entwicklung zu unterstützen. Dazu müssen sich nach
Ansicht des Deutschen Kinderhilfswerkes vor allem die Schulen der
Frage stellen, wie sie bei zunehmendem Ganztagsbetrieb dem Bedürfnis
der Kinder nach Spiel, Freizeit, Ruhe und Erholung im Sinne des
Artikels 31 der UN-Kinderrechtskonvention gerecht werden können.

Der Weltspieltag steht in Deutschland und bei Partnern in
Österreich und der Schweiz in diesem Jahr unter dem Motto „Spielen
bildet!“. Mit dem Weltspieltag will das Deutsche Kinderhilfswerk
gemeinsam mit seinen rund 200 Partnern im „Bündnis Recht auf Spiel“
die Bedeutung des freien Spiels für Kinder ins Bewusstsein rufen und
fordert gleichzeitig mehr Unterstützung für Konzepte ganzheitlichen
Lernens. Rund um den Weltspieltag finden in mehr als 100 Kommunen
rund 250 Aktionen statt, die vor Ort von öffentlichen Einrichtungen,
Vereinen und Nachbarschaftsinitiativen durchgeführt werden. Die
Schirmherrschaft über den Weltspieltag 2013 hat die Kinderkommission
des Deutschen Bundestages übernommen, Botschafter ist der
Fernsehmoderator und Autor Ralph Caspers.

„Beim Spielen lernen Kinder anders als in der Schule, und sie
lernen anderes als in der Schule. Beim Spielen lernen Kinder
freiwillig und mit Spaß, über Versuch und Irrtum, ohne
Versagensängste. Spielen und Lernen sind keine Gegensätze, sondern
eng miteinander verknüpft. Die Vereinten Nationen sehen das Recht auf
Spiel als so wichtig an, das sie es als spezielles Kinderrecht in die
UN-Kinderrechtskonvention geschrieben haben. Es ist wichtig, dass
Kinder ihre Potentiale viel breiter entfalten, und dazu gehören auch
motorische und soziale Kompetenzen, die sie im Spiel entwickeln
können. Wir freuen uns über viele öffentlichkeitswirksame Aktionen in
ganz Deutschland, die auf die Notwendigkeit des freien Spiels
aufmerksam machen“, erklärt Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des
Deutschen Kinderhilfswerkes.

„Kinder haben ein Recht auf freies Spiel – in der Schule, der Kita
und auch im öffentlichen Raum. Immer wieder gibt es Klagen über
Lärmstörungen durch spielende Kinder. Spielplätze oder Kindergärten
werden daraufhin streng reglementiert oder geschlossen. Dabei sollten
Kinder nicht an den Rand gedrängt, sondern mitten in der Gesellschaft
– einen durchaus hörbaren – Platz haben! Kinder brauchen in einer
reglementierten und durchgetakteten Zeit wie unserer Räume, um
einfach sie selbst sein zu können“, betont die Kinderkommission des
Deutschen Bundestages.

„Ich kenne viele Kinder, die einen volleren Terminkalender haben
als ich. Fürs Spielen bleibt da kaum noch Zeit. Das ist übel, denn
durchs Spielen lernen Kinder die Welt um sie herum kennen. Sie
entwickeln dabei ganz nebenbei wichtige motorische, kognitive und
soziale Fähigkeiten. Und das merken sie nicht einmal. Deshalb müssen
wir mehr als bisher dafür sorgen, dass Kinder spielen können“,
unterstreicht Ralph Caspers, Botschafter des Weltspieltages.

Das Deutsche Kinderhilfswerk rechnet zum Weltspieltag bundesweit
mit vielen hundert Spiel- und Mitmachaktionen. In einigen Städten
werden ganze Straßen gesperrt und zu einer Spielstraße
umfunktioniert. Da kann dann nach Herzenslust gespielt, getobt und
Rad gefahren werden kann. Vielerorts wird es Sport- und
Bewegungsangebote geben oder Malaktionen bis hin zu
Riesenseifenblasen. Es gibt Trommelworkshops, Spielstationen mit
Geschicklichkeitsspielen und Spielen aus Omas und Opas Zeiten oder
Schatzkisten basteln für Kinderrechte.

Der Weltspieltag 2013 wird in Deutschland und bei Partnern in
Österreich und der Schweiz zum sechsten Mal ausgerichtet. Zum
Weltspieltag sind Schulen und Kindergärten, öffentliche
Einrichtungen, Vereine und Nachbarschaftsinitiativen aufgerufen, in
ihrer Stadt oder Gemeinde eine witzige, beispielgebende und
öffentlichkeitswirksame Spielaktion durchzuführen. Die Partner sind
vor Ort für die Durchführung ihrer Veranstaltung selbst
verantwortlich. Das Deutsche Kinderhilfswerk stellt umfangreiche
Aktionsmaterialien zum Weltspieltag zur Verfügung, darunter ein
Postkartenpuzzle zum diesjährigen Motto oder das Spielheft mit
Spielanregungen. Weitere Informationen unter www.weltspieltag.de.

Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V., Interessenvertreter für ein
kinderfreundliches Deutschland, wurde 1972 in München gegründet. Als
Initiator und Förderer setzt sich der gemeinnützige Verein seit mehr
als 40 Jahren für Kinderrechte, Beteiligung und die Überwindung von
Kinderarmut in Deutschland ein.

Weitere Informationen und Rückfragen:
Uwe Kamp, Pressesprecher
Telefon: 030-308693-11
Mobil: 0160-6373155
Fax: 030-2795634
Mail: presse@dkhw.de
Internet: www.dkhw.de und www.facebook.com/dkhw.de

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