Hoffnung durch Bildung

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Schweinfurt im Juni 2016. Seit seinem ersten Besuch in 2012 im Slum Kibera in der kenianischen Hauptstadt Nairobi, in dem etwa 1,5 Millionen Menschen leben, setzt sich der bekannte Erfolgs- und Motivationstrainer Jürgen Höller zusammen mit seiner Ehefrau Kerstin für die Ärmsten der Armen, nämlich die Kinder in der Dritten Welt, ein. 2013 gründete er mit seiner Frau die Jürgen-Höller-Stiftung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Schulen in Afrika zu bauen, um den Kindern Bildung zugänglich zu machen. 2014 unterzeichnete die Stiftung einen Vertrag mit der Welthungerhilfe und konnte seither schon fast 600.000 Euro für insgesamt fünf Schulprojekte zur Verfügung stellen.

Hilfe ist vor Ort angekommen
Gerade hat sich Jürgen Höller mit seiner Familie in Afrika vor Ort persönlich von den Fortschritten beim Bau der neuesten Schule in Kibera überzeugt und ist immer noch tief bewegt von den Eindrücken: „Die Menschen, besonders die Kinder, sind so unendlich dankbar, auch für die kleinsten Dinge wie eine karge Mahlzeit oder sauberes Wasser – alles Dinge, die für uns selbstverständlich sind.“ Sie leben dort unter unvorstellbaren Bedingungen, schlafen und essen auf dem blanken harten Boden und haben weder Wasser, Strom noch Toilette. Die Schule ist oft der einzige Ort, an dem die Kinder zumindest eine warme Mahlzeit am Tag bekommen. „Der Schulweg führt durch Unmengen von Müll, Kot und Matsch – überall stinkt es erbärmlich. Doch die Kinder nehmen das jeden Tag gern auf sich, denn Bildung ist die einzige Möglichkeit für sie, überhaupt einmal dem Elend zu entkommen.“

Hilfe zur Selbsthilfe
Nach einem Treffen mit den Vertretern der Welthungerhilfe und der ortsansässigen Hilfsorganisation KDI, die mit der Welthungerhilfe kooperiert und teilweise aus ehemaligen und aktuellen Bewohnern des Slums besteht, fuhr die Delegation mit Jürgen Höller, seiner Frau Kerstin und ihrem jüngsten Sohn Maximilian in den Slum Kibera. Dort stand der Besuch von zwei sogenannten Communitys und zwei Schulen auf dem Programm. Jürgen Höller: „Eine Community ist ein kleines Viertel, quasi eine kleine Gemeinschaft, die sich zusammenfindet und über Spendengelder, aber auch mit sehr viel Eigeninitiative bestimmte Projekte durchführt, von denen alle profitieren. Das erste Projekt war zum Beispiel eine öffentliche Toilette und Dusche, da die Menschen dort ja weder eine eigene Toilette noch eine Dusche und auch kein Abwassersystem haben. Auch Strom ist noch eine Seltenheit, Leitungen werden aber gerade verlegt. Außerdem wurde ein Hochleistungsofen angeschafft, in dem der Müll verbrannt wird und auf dem die Bewohner auf heißen Eisenplatten warme Mahlzeiten zubereiten können.“ Diese Communitys gibt es mittlerweile überall und sie werden gefördert und vermitteln den Menschen ein sehr wichtiges Gemeinschaftsgefühl.

Bildung als Zukunft für die Kleinsten
Jürgen Höller stattete auch der Grundschule einen Besuch ab, die er vor vier Jahren zum ersten Mal gesehen hat. Damals ließ er dort zunächst ein Klassenzimmer bauen. „Wir wurden dort sehr herzlich von der Direktorin begrüßt, die sich sehr gefreut hat, uns wiederzusehen, und auch eine Lehrerin von damals war noch da. Es war schön zu sehen, dass hier die Kinder ein Stück Normalität finden und in Ruhe lernen können.“
Als letzte Station ging es schließlich in die Anwa-Grundschule. Diese Schule liegt mitten im schlimmsten Slum von Kibera. Anwa ist eine Abkürzung für einige Wörter aus dem Suaheli und bedeutet grob übersetzt: „Frauen, packt es gemeinsam an“. Vor vielen Jahren haben Frauen diese Schule mit primitivsten Mitteln (wie Wellblech) selbst ins Leben gerufen. In der Regenzeit war es allerdings sehr gefährlich für die Kinder, da oft Teile einfach eingestürzt sind. „Dort werden jetzt mit unseren Geldern gerade zwei sehr große, neue Schulgebäude gebaut, die bis spätestens Ende des Jahres fertiggestellt sein sollen. Das Fundament und die Säulen stehen schon“, freut sich Jürgen Höller. Insgesamt entstehen dann in zwei zweistöckigen Gebäuden acht Klassenzimmer, ein Kindergartenraum und eine kleine Wohnung, in der die Direktorin der Schule direkt vor Ort leben kann. Zusätzlich gibt es Platz für ein Lehrerzimmer und Sanitäreinrichtungen. Besonderheit: Die sanitären Anlagen, also Toiletten und auch Duschen, sind gleich am Eingangsbereich untergebracht und verfügen über eine zweite Eingangstür nach außen. Wenn die Schule am Wochenende oder in den Ferien geschlossen ist, werden die Toiletten und Duschen öffentlich zugänglich gemacht. Hierfür wird ein kleiner Obolus verlangt und darüber dann Zusatzeinnahmen für die Schule generiert, die wiederum in neue Projekte fließen. „Hier wurden wir von den Kindern der Schule unglaublich herzlich empfangen und sie haben uns etwas vorgeführt. Es wurde getanzt und gesungen. Die Dankbarkeit war allgegenwärtig und es war ein wahnsinnig tolles Erlebnis für meine Familie und mich“, schwärmt Höller und fasst zusammen: „Im Vergleich zu meinen Besuchen vor vier und drei Jahren hat sich dort schon unheimlich viel getan. Einige Straßen wurden inzwischen geteert, einige Wasserleitungen und Stromleitungen bereits von der Regierung gelegt, Strommasten und Straßenlaternen errichtet. Müll und Dreck werden langsam weniger und auch die Kriminalitätsrate geht allmählich zurück.“

Jeder einzelne Euro hilft
Der Besuch ist für den erfolgreichen Geschäftsmann Höller definitiv eine Bestätigung, dass die Hilfe auch wirklich dort ankommt, wo sie dringend benötigt wird, und dass jeder noch so kleine Beitrag hilfreich ist. „Man selbst glaubt ja oft, dass das, was man für eine einzige Schule oder mit einer kleinen Spende tut, nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Wenn aber ganz viele Menschen so denken und wenn viele Menschen einen Tropfen auf den heißen Stein geben, dann wird der heiße Stein irgendwann abkühlen und ist nutzbar. Auch wenn es noch viele, viele Jahre dauern wird, bewegt sich zum ersten Mal etwas in diesem schlimmsten Slum der Welt. Und auch wenn es für meine Frau und meinen Sohn schockierend war, die unvorstellbaren Lebensumstände dort zu sehen, hat mich diese Reise sehr optimistisch gestimmt und stachelt uns jetzt noch weiter an, als Familie noch mehr zu spenden und noch mehr Spendengelder zu sammeln.“ Allein in den letzten zwei Jahren hat die Jürgen-Höller-Stiftung zusammen mit der Welthungerhilfe fünf Schulprojekte in Kenia und Uganda umgesetzt.
„Die Unterstützung durch Jürgen Höller und seine Stiftung ist für die Kinder hier in Nairobi ein wirklicher Segen. Sein privates Engagement eröffnet jedes Jahr Jungen und Mädchen die Chance auf eine Schulbildung und legt damit den Grundstein für ein späteres eigenes Einkommen“, bedankt sich Elvis Lumbasio, Landesdirektor der Welthungerhilfe in Kenia.
Das erklärte Ziel der Jürgen-Höller-Stiftung ist es, jährlich eine oder mehrere Schulen zusammen mit der Welthungerhilfe in der Dritten Welt zu bauen. Jürgen Höller: „Unsere große Vision ist, dass wir es schaffen, in den nächsten 50 Jahren 1.000 Schulen in der Dritten Welt zu bauen.“ Die Jürgen-Höller- Stiftung finanziert sich ausschließlich durch Spendenmittel des Ehepaars Höller, sowie der Referenten, Mitarbeiter, Vertriebspartner, Lieferanten und Seminarteilnehmer der Jürgen Höller Academy KG. Jeder gestiftete Euro wird zu 100 % für Bildungsprojekte eingesetzt. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende auf das folgende Spendenkonto tun:

Jürgen-Höller-Stiftung
IBAN: DE89 70120700 1641106941
BIC: OBKLDEMX
Oberbank AG, Linz, Zweigstelle Bayern

Weitere Informationen unter www.juergen-hoeller-stiftung.de.

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