Initiative „Mach Dich stark“ sagt Kinderarmut im Südwesten den Kampf an

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Stuttgart, 19. September – Zum Weltkindertag am 20. September 2016 startet die Caritas Rottenburg-Stuttgart ihre Initiative „Mach Dich stark“ gegen Kinderarmut im Südwesten. Unter dem Dach der Initiative will der katholische Wohlfahrtsverband alle gesellschaftlich relevanten Gruppen vereinen, um Kinderarmut in Baden-Württemberg dauerhaft zu verhindern. Alle Menschen, Organisationen und Institutionen aus Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik sind eingeladen, mit ihrem Dazutun Kindern Chancen auf Entwicklung und Teilhabe zu ermöglichen. Zum Start der Initiative „Mach Dich stark“ gründet der Vorstand des Caritasverbandes einen Stiftungsfonds und die Internetplattform www.mach-dich-stark.net wird freigeschaltet.

„Diese Initiative soll Akteure zusammenführen“, so Oliver Merkelbach, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes. „Das Ziel ist eine Allianz, die dem Skandal von Kinderarmut als Chancenarmut in einem so reichen Land den Kampf ansagen will.“ Im Sinne einer Bewegung soll „Mach Dich stark – Initiative für Kinder im Südwesten. Kinder brauchen Chancen“ als Erkennungszeichen stehen. Dieses einheitliche Profil macht alle Akteure in ihrem Engagement gegen Kinderarmut erkennbar – egal, ob sich Stiftungen oder Einzelpersonen um mehr Teilhabechancen von benachteiligten Kindern bemühen.

Bereits jetzt setzen sich zahlreiche regionale Kinderstiftungen unter dem Dach der CaritasStiftung „Lebenswerk Zukunft“ und Förderfonds für den Kampf gegen Kinderarmut ein. Diese Stiftungen verstehen sich als Partner der Initiative. In den Stiftungen engagieren sich wiederum viele Einzelpersonen aus unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft. Sie bringen in Kuratorien ihr Know-how ein und öffnen Türen, so auch Prominente, die für einzelne Stiftungen werben. Der Caritasverband versteht sich in diesem Gefüge als Impulsgeber und Moderator.

Kinderarmut bedeutet aus Sicht der Caritas sehr viel mehr, als zu wenig Geld zu haben. Kinderarmut hat Folgen für das ganze Leben, da die Kinder nicht ausreichend am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Arme Kinder können sich nicht altersgemäß entwickeln. Armut wirkt sich auf die körperliche Gesundheit, auf die soziale Kompetenz, aber auch auf die eigene Selbstachtung und das Selbstwertgefühl der Kinder aus. Kinder geraten unverschuldet in diese Situation und können sich kaum aus eigener Kraft eine chancenreiche Zukunft erschließen.

Im reichen Baden-Württemberg gibt es rund 325.000 Kinder, denen die Teilnahme am öffentlichen Leben verwehrt bleibt. Im Jahr 2014 waren gemessen am Landesmedian 17,9 Prozent der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren armutsgefährdet. Das ist jedes 6. Kind! An der Armutslage von Kindern und Jugendlichen hat sich seit 2009 so gut wie nichts geändert. Ar-mutsgefährdet sind Personen, denen weniger als 60 Prozent des Medians der Äquivalenzeinkommen der Bevölkerung in Privathaushalten zur Verfügung stehen. Der erste Armuts- und Reichtumsbericht, den die Landesregierung im Herbst 2015 vorgelegt hat, bestätigt diese Zahlen.

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