Inklusion NRW: Qualität logopädischer Versorgung für Kinder in integrativen Einrichtungen gefährdet / Deutscher Bundesverband für Logopädie fordert Erhalt bewährter Konzepte

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Der Deutsche Bundesverband für Logopädie e.V.
(dbl) warnt vor einer deutlichen Verschlechterung der logopädischen
Versorgung von Kindern mit Behinderungen im Rheinland. „Unter dem
Deckmantel der Umsetzung wohnortnaher inklusiver Bildung und
Betreuung will sich der Landschaftsverband Rheinland (LVR) ab August
2016 aus der Finanzierung von Therapien in integrativen
Kindertagesstätten zurückziehen. Damit wird ein erheblicher
Qualitätsverlust im Bereich der logopädischen Versorgung
einhergehen“, sagte die Präsidentin des Deutschen Bundesverbandes für
Logopädie, Dietlinde Schrey-Dern, heute vor der Presse in Düsseldorf.

In den 80er Jahren hatte der LVR die gemeinsame Betreuung und
Förderung von Kindern mit und ohne Behinderung in integrativen
Einrichtungen eingeführt, in denen letztere von fest angestellten
Therapeutinnen und Therapeuten u.a. logopädisch hocheffizient betreut
werden konnten. „Dieses erfolgreiche Konzept soll ab August 2016
aufgegeben werden, weil die therapeutischen Kosten in Zukunft von den
Krankenkassen übernommen werden sollen.

„Diese Umstellung bedeutet das –Aus– für viele bisher äußerst
erfolgreich arbeitende pädagogisch-therapeutische Teams in 640
Einrichtungen im Rheinland, in denen nach Informationen der AWO rund
5000 Kinder mit Behinderungen betreut werden“, warnt die
dbl-Präsidentin. „Die Kostenübernahme durch die Krankenkassen setzt
beispielsweise voraus, dass die Eltern die für die Therapie
notwendigen ärztlichen Verordnungen rechtzeitig besorgen. Dies wird
nicht immer gelingen“, so Schrey-Dern. Problematisch sei auch, dass
in Zukunft Therapeuten und Therapeutinnen von außen die Arbeit in den
Einrichtungen unter schwierigen Rahmenbedingungen übernehmen müssen.
„Manche Kinder können aufgrund einer Verhaltensstörung nicht auf
Abruf therapiert werden. Sie brauchen eine alltagsintegrierte
Terminierung und Frequenz sowie Logopädinnen bzw. Logopäden, die sie
gut kennen und denen sie sehr vertrauen. Auch der enge und
kontinuierliche Kontakt zwischen therapeutischem zum pädagogischem
Personal ist ein wichtiger Schlüssel für die erfolgreiche Behandlung
behinderter Kinder in Einrichtungen. All dies wird nach der geplanten
Umstellung durch den LVR nicht mehr möglich sein“, befürchtet die
dbl-Präsidentin.

„Wir fordern den LVR auf, dafür Sorge zu tragen, dass es auch in
Zukunft integrative Einrichtungen mit fest angestelltem
therapeutischen Personal gibt. Die Eltern der betroffenen Kinder
sollen selbst entscheiden können, ob sie ihr Kind wohnortnah einer
Einrichtung mit externen Therapeutinnen und Therapeuten oder einer im
besten Sinne inklusiven Einrichtung mit eigenen multiprofessionellen
Teams aus Therapie und Pädagogik anvertrauen“, fordert Dietlinde
Schrey-Dern.

V.i.S.d.P.: Cordula Winterholler (Geschäftsführerin), Deutscher
Bundesverband für Logopädie (dbl), Augustinusstr. 11 a, 50226
Frechen.

Weitere Informationen:

dbl-Pressereferat, Margarete Feit, Augustinusstr. 11 a, 50226
Frechen, Tel.: 02234/37953-27, E-Mail: presse@dbl-ev.de, Internet:
www.dbl-ev.de, ab 3. Juni auch erreichbar unter 0171/1428030.

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