INSM-Integrationsmonitor / Wenn aus Flüchtlingen Erwerbspersonen werden

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Erste Daten deuten darauf hin, dass immer mehr
Flüchtlinge nun auch den Arbeitsmarkt erreichen. Sowohl die Anzahl
der Beschäftigten aus den Hauptherkunftsländern steigt, als auch die
Zahl der Arbeitslosen aus diesen Regionen. Der
INSM-Integrationsmonitor analysiert die vorliegenden Daten und zeigt
wo weiterer Reformbedarf besteht.

„Die Integration der Flüchtlinge steht noch am Anfang – der wahre
Praxistest folgt später“ – so fasst Hubertus Pellengahr,
Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM),
die Ergebnisse des INSM-Integrationsmonitors zusammen, der heute in
Berlin erstmals veröffentlicht wurde. Der Integrationsmonitor wurde
vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der INSM
erstellt. Er gibt Auskunft über die Qualifikationsniveaus der
Flüchtlinge sowie die Entwicklung von Beschäftigung und
Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig werden Unternehmen über ihre
Einschätzungen zu aktuellen Flüchtlingsthemen befragt.

Laut den IW-Forschern bestehen trotz Fortschritten noch immer
Zugangsbeschränkungen für Flüchtlinge zum Arbeitsmarkt. So gilt die
geplante Abschaffung der Vorrangprüfung und des Zeitarbeitsverbots
nur in Regionen mit günstiger Arbeitsmarktlage. „Die Vorrangprüfung
sollte ausnahmslos abgeschafft werden“, fordert der Studienleiter und
Zuwanderungsexperte des IW Köln, Prof. Dr. Axel Plünnecke.

Bei der Entwicklung der Erwerbsbeteiligung gibt es neben
bedenklichen auch einige hoffnungsvolle Daten: So stieg die Zahl der
Arbeitslosen aus den vier Hauptherkunftsländern Syrien, Eritrea, Irak
und Afghanistan von 33.800 im Januar 2014 auf 123.500 im März 2016.
Im gleichen Zeitraum erhöhte sich die Zahl der
sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus diesen Ländern von
rund 35.000 auf 53.000.

Nach wie vor große Probleme sehen die Forscher in der Verwaltung.
„Um keine Zeit bei der Integration zu verlieren, sollte die
Verfahrensdauer zwischen Ankunft der Flüchtlinge und Entscheidung
über den Asylantrag für alle Flüchtlingsgruppen maximal drei bis
sechs Monate betragen“, so Plünnecke.

32 Prozent der 540 vom IW Köln im Rahmen der Studie befragten
Unternehmen sehen in den Flüchtlingen ein zumindest geringes
Potenzial zur Deckung ihres künftigen Personalbedarfs. Weitere 14,5
Prozent sehen ein mittleres, 5,1 Prozent sogar ein großes Potential.
Allerdings planen nur 8,6 Prozent aller Unternehmen, in den kommenden
sechs Monaten Flüchtlinge einzustellen. Unter den Firmen, die bereits
Erfahrung mit Flüchtlingen im Betrieb haben, sagen das immerhin 36,8
Prozent. Positiv zu bewerten ist, dass unter den größeren Unternehmen
ab 250 Mitarbeitern jedes dritte Unternehmen in den kommenden sechs
Monaten die Beschäftigung von Flüchtlingen ins Auge fasst. Größtes
Einstellungshemmnis sind aus Unternehmenssicht mangelnde
Deutschkenntnisse. Unzureichende fachliche Qualifikationen und
fehlende Informationen über das Qualifikationsniveau der Flüchtlinge
folgen auf Rang zwei und drei der Einstellungshürden. Rund ein
Viertel sehen im bürokratischen Aufwand ein großes Hindernis. Die
Ergebnisse der Befragung sind repräsentativ für Unternehmen in
Deutschland.

„Flüchtlingen so schnell wie möglich Arbeit zu verschaffen ist
sowohl aus humanitärer, wie auch aus wirtschaftlicher Perspektive
wichtig. Wir brauchen Rahmenbedingungen, die Integration fördern und
nicht hemmen“, erklärt Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM.

Die Studie sowie ein Faktenblatt der zentralen Ergebnissen finden
Sie unter www.insm.de.

Pressekontakt:
Pressesprecher INSM: Florian von Hennet, Tel. 030 27877-174;
hennet@insm.de

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist ein überparteiliches
Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Sie wirbt für die
Grundsätze der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland und gibt
Anstöße für eine moderne marktwirtschaftliche Politik. Die INSM wird
von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektro-Industrie
finanziert.

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