Internationale Aids-Konferenz: Deutschland kann mehr!

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Rückschritte verhindern: Deutsche AIDS-Hilfe
fordert höhere Beiträge für die internationalen Maßnahmen gegen HIV /
Medikamentöse Prophylaxe möglich machen / „Zugang für alle“:
Versorgungslücken in Deutschland endlich schließen

Zum Abschluss der 21. Internationalen Aids-Konferenz fordert die
Deutsche AIDS-Hilfe die Bundesregierung auf, die deutschen Beiträge
zum Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria auf 400
Millionen Euro pro Jahr zu verdoppeln. Auch bei UNAIDS sollte
Deutschland mehr Unterstützung leisten.

Beides ist dringend notwendig. Und beides könnte eine wichtige
Signalwirkung für andere Länder haben. Die bisherigen Beiträge
entsprechen nicht der wirtschaftlichen Stärke Deutschlands.

Dazu erklärt Silke Klumb, Geschäftsführerin der Deutschen
AIDS-Hilfe

„Deutschland muss jetzt bei der Finanzierung der weltweiten
Maßnahmen mit gutem Beispiel vorangehen. Die Welt kann weiter große
Erfolge erringen, wenn alle dazu beitragen. Die historische Chance,
HIV und Aids in den Griff zu bekommen, dürfen wir nicht verpassen!
Wie von der letzten Internationalen Aids-Konferenz in Durban kann
auch von dieser ein entscheidendes Signal ausgehen.“

Leben retten, Infektionen verhindern

Die Konferenz hat offenbart, wie prekär die aktuelle Situation
ist. Zwar will UNAIDS die Aids-Epidemie bis 2030 „auf der
Überholspur“ beenden, und alle dafür erforderlichen Instrumente
stehen zur Verfügung. Niemand müsste heute mehr an Aids erkranken und
sterben. Doch es fehlt an politischem Willen und damit an Geld. Beim
Globalen Fonds droht eine drastische Finanzierungslücke, bei UNAIDS
gibt es sie schon.

Die Erfolge der letzten 15 Jahre stehen auf dem Spiel, es drohen
katastrophale Rückschritte (siehe Pressemitteilung vom 18.7.).

„Es gilt nun alle Kräfte zu mobilisieren, damit mehr Menschen
Zugang zu Therapie und Prävention erhalten, nicht weniger!“, betont
Silke Klumb. „Wir haben die Möglichkeit Leben zu retten und
Infektionen zu verhindern – dafür müssen wir alles tun, was möglich
ist.“

HIV-Prophylaxe ermöglichen

Viele Länder haben in Durban von guten Erfahrungen mit der
medikamentösen HIV-Prophylaxe berichtet (PrEP). Sie kann Menschen vor
einer HIV-Infektion bewahren, die ein besonders hohes HIV-Risiko
haben, etwa weil ihnen der Schutz mit Kondomen nicht immer gelingt.
Die Methode wird immer häufiger angewendet und führt teilweise
bereits zu sinkenden Infektionszahlen, zum Beispiel in San Francisco.

Das Medikament Truvada wird für diesen Zweck voraussichtlich noch
in diesem Jahr in Europa zugelassen.

„Wir brauchen diese zusätzliche Möglichkeit so bald wie möglich
auch in Deutschland, denn sie verhindert HIV-Infektionen“, sagt Silke
Klumb. „Es ist jetzt an der Zeit, mit allen Beteiligten Möglichkeiten
auszuloten, wie sie finanziert werden kann.“

„Zugang für alle“: Präventionslücken in Deutschland schließen

Die erfolgreiche deutsche HIV-Prävention gilt international als
beispielhaft. Doch auch in Deutschland gibt es Versorgungslücken, die
zu vermeidbaren HIV-Infektionen und Todesfällen führen.

Die Deutsche AIDS-Hilfe fordert von Bund beziehungsweise den
Ländern:

– Zugang zur medizinischen Versorgung für Menschen ohne
Aufenthaltspapiere und andere Gruppen, die bisher durchs Raster
fallen.
– Die flächendeckende Einrichtung von Drogenkonsumräumen
– Zugang zu sauberen Spritzen für Menschen in Haft.

Mit Bezug auf das Konferenzmotto „Access Equity Rights Now“ –
„Zugang für alle – Gerechtigkeit jetzt!“ sagt Silke Klumb:

„Es ist unerträglich, dass mitten in Deutschland HIV-positiven
Menschen die überlebenswichtige Behandlung vorenthalten wird. Und es
kann nicht sein, dass Menschen die Möglichkeit genommen wird, sich
oder andere zu schützen. Es gibt wirksame Maßnahmen, man muss sie nur
ergreifen.“

Internationale Aids-Konferenz markiert entscheidende
Weichenstellung (Pressemitteilung vom 18.7.2016): http://ots.de/3KGFI

Hilfsorganisationen und Ärzte fordern HIV-Behandlung für Menschen
ohne Papiere (Pressemitteilung vom 18.7.2016): http://ots.de/CxnT3

Pressekontakt:
Deutsche AIDS-Hilfe
Holger Wicht
Pressesprecher
Zurzeit in Durban nur mobil erreichbar:
+27 81 828 12 98 (Rückruf möglich)
+49 171 274 95 11
holger.wicht@dah.aidshilfe.de
www.aidshilfe.de

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