Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Fukushima: Mehrheit der Deutschen fordert von Bundesregierung Engagement gegen AKW-Projekte in der EU

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68 Prozent der Deutschen fordern von der
Bundesregierung, auf EU-Länder wie Polen, Tschechien, die Slowakei
und Ungarn politisch einzuwirken, damit dort keine Atomkraftwerke
gebaut werden. Das ist das Ergebnis einer neuen repräsentativen
Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag des
Ökoenergieanbieters Greenpeace Energy. „Die Regierungen mehrerer
EU-Staaten haben aus der Reaktorkatastrophe von Fukushima vor genau
fünf Jahren offenbar nichts gelernt und wollen einen riskanten und
teuren Atomkurs einschlagen. Durch die enge Vernetzung der
Energiemärkte dürfte das auch deutliche negative Auswirkungen auf
Deutschland und die erneuerbaren Energien hierzulande haben“, sagt
Sönke Tangermann, Vorstand bei Greenpeace Energy. „Kanzlerin Merkel
muss deshalb die deutsche Energiewende und den Atomausstieg jetzt
unbedingt auf europäischer Ebene verteidigen“, fordert Tangermann.
Um die deutsche Bundesregierung zu entsprechenden politischen
Schritten aufzufordern, hat Greenpeace Energy deshalb eine neue
Online-Petition gestartet und ruft Verbraucherinnen und Verbraucher
auf, dies durch ihre Unterschrift zu unterstützen.

„Mit dem Erfolg der Energiewende im Rücken kann und muss
Deutschland andere EU-Staaten von den erneuerbaren Alternativen zur
Atomkraft überzeugen, um diesen gefährlichen Irrweg sowie eine
energiepolitische Spaltung der EU zu verhindern“, sagt Tangermann.
Wie Energiemarktstudien im Auftrag von Greenpeace Energy belegen,
würden hochsubventionierte AKWs etwa in Osteuropa durch künftige
Importe den Strommarkt auch in Deutschland zu Lasten von
Ökostrom-Anbietern verzerren und die Verbraucherinnen und Verbraucher
mit dreistelligen Millionenbeträgen pro Jahr belasten. Zudem zeigen
Beispiele wie das geplante AKW Hinkley Point C in Großbritannien,
dass Atomprojekte wirtschaftlich und finanziell ein Fass ohne Boden
sind: Das britische AKW soll mit mehr als 100 Milliarden Euro vom
britischen Steuerzahler subventioniert werden.

Den Aufruf von Greenpeace Energy können Bürgerinnen und Bürger ab
sofort durch ihre Unterschrift online unterstützen. Damit soll die
Bundeskanzlerin genau fünf Jahre nach der Reaktorkatastrophe von
Fukushima auch an ihre damalige Aussage erinnert werden: „Die Risiken
der Kernenergie sind, das hat Fukushima gezeigt, nicht beherrschbar“,
hatte Merkel 2011 in einer Regierungserklärung gesagt. „Diese Risiken
sind eben auch über Ländergrenzen hinweg nicht beherrschbar und
drängen mehr denn je zum Handeln, wie die jüngsten Sicherheitspannen
und Störfälle aus Frankreich und Belgien eindringlich zeigen“, so
Tangermann.

Die aktuelle Emnid-Umfrage belegt, dass sich eine große Mehrheit
der deutschen Bevölkerung klar gegen den Bau von Atomreaktoren in
benachbarten EU-Staaten ausspricht. Besonders deutlich zeigt sich das
sogar unter den Anhängern der Koalitionsparteien. So fordern von den
befragten CDU/CSU-Wählern 81 Prozent ein politisches Einwirken der
Bundeskanzlerin auf die betreffenden Staaten, bei den SPD-Wählern
sind es 76 Prozent.

Seinen politischen Aufruf unter dem Motto „Flagge zeigen gegen
Atomkraft“ wird Greenpeace Energy in den kommenden Wochen verstärkt
in die Öffentlichkeit tragen. So unterstützt die
Energie-Genossenschaft das von der japanischen Gruppe Sayonara Nukes
Berlin organisierte „Protestival“ in Berlin, das vom 11. März an mit
zahlreichen Kulturevents, Diskussionsrunden und einer Demonstration
die Risiken und Folgen der Atomkraft thematisiert.

Redaktioneller Hinweis: Eine ausführliche Aufbereitung der
Emnid-Umfrage finden Sie unter www.greenpeace-energy.de/presse.html.
Zur neuen Online-Petition gegen den Bau von Atomkraftwerken in Europa
gelangen Sie unter www.no-point.de/flagge-zeigen.

Pressekontakt:
Christoph Rasch
Politik und Kommunikation
Greenpeace Energy eG
Telefon 040 / 808 110 – 658
christoph.rasch@greenpeace-energy.de
www.greenpeace-energy.de

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