Jochen Esser (Grüne) fordert Neuwahlen in Berlin

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Der finanzpolitische Sprecher der Berliner Grünen,
Jochen Esser, hat Neuwahlen in der Stadt gefordert.

Hintergrund sind die angekündigten Rücktritte des Regierenden
Bürgermeisters Klaus Wowereit und des parteilosen Finanzsenators
Ulrich Nußbaum. Dieser hatte am Freitag angekündigt, er werde sich am
11. Dezember zeitgleich mit Wowereit zurückziehen.

Esser sagte am Freitag im rbb-Inforadio, der Verschleiß der SPD
nach Jahrzehnten an der Macht sei dramatisch. Das werde jetzt
sichtbar.

„Allgemeinpolitisch kann man das nur so kommentieren, dass es
eigentlich nicht sein kann, dass jetzt die Sozialdemokraten selber
weiter alleine bestimmen wollen, wer Regierender Bürgermeister wird
in der Stadt, weswegen die Grünen ja nicht erst seit heute sagen:
anständig wäre, es käme zu Neuwahlen und die Bevölkerung
entscheidet.“

Esser lobte, Nußbaum habe zu Beginn gute Arbeit geleistet, dann
aber immer mehr nachgelassen:

„Ich finde, dass Herr Nussbaum sehr gut gestartet ist mit einer
sehr klaren Konsolidierungslinie im Haushalt, dann ist ihm langsam
aber sicher der Faden entglitten. Wir kommen jetzt in die Situation,
wo die Ausgabensteigerungen, die wir im Haushalt haben, viel zu hoch
sind und auf Dauer so nicht fortgesetzt werden können. Daraus
entsteht neuer Konsolidierungsbedarf, und das bedeutet, dass der Erbe
in der Tat auch ein schweres Amt antritt.“

Einen geeigneten Nachfolger für Nußbaum sieht der Grünen-Politiker
derzeit nicht in der Stadt:

„Deshalb wird sich die Koalition auch ernsthaft überlegen müssen,
ob sie sich nicht jemand von außen holen muss.“

Pressekontakt:
Rundfunk Berlin- Brandenburg

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