junge Welt: Existenz der Tageszeitung junge Welt gefährdet

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Die Existenz der in Berlin erscheinenden
überregionalen Tageszeitung junge Welt ist gefährdet. Zwar konnte die
Zeitung die verkaufte Auflage in den letzten fünf Jahren von 17.500
auf 19.400 steigern, die für die Ökonomie entscheidende Zahl der
Abonnements sei aber um 2.000 zu niedrig, so Dietmar Koschmieder,
Geschäftsführer der Verlag 8. Mai GmbH, in der die Zeitung erscheint.
Daher hätten die Einnahmen mit der Kostenentwicklung nicht mithalten
können. Die Folgen werden in der Samstagausgabe der Zeitung
(15.10.2016) der Leserschaft mitgeteilt: „Praktisch hat dies dazu
geführt, dass im laufenden Geschäftsjahr 2016 ein Jahresfehlbetrag in
Höhe von 144.000 Euro aufgelaufen ist. In unserer letzten Bilanz
stehen dem Eigenkapital in Höhe von 25.600 Euro ein über die Jahre
angesammelter nicht gedeckter Fehlbetrag in Höhe von über 950.000
Euro gegenüber.“ Damit die Herausgabe der Zeitung trotzdem
fortgesetzt werden könne, müsse eine Reihe von Maßnahmen ergriffen
werden. Darüber werde noch im Herbst eine außerordentliche
Vollversammlung der Linken Presse- und Verlagsgenossenschaft LPG
junge Welt eG beraten, Haupteigentümerin des Verlages. Es sei nicht
einfach, in Zeiten eines rechten Vormarsches erfolgreich eine linke
Tageszeitung zu machen, meint Stefan Huth, Chefredakteur der jungen
Welt und ergänzt: „Eine linke unabhängige Zeitung ist aber gerade
jetzt notwendiger denn je“.

Die junge Welt wurde vor fast 70 Jahren in der Sowjetischen
Besatzungszone gegründet. Nach 1990 für eine Mark an einen
Westberliner Verleger verkauft, wurde sie 1995 eingestellt. Der
damalige Betriebsratschef Koschmieder gründete mit Unterstützung von
Teilen der Belegschaft den Verlag 8. Mai GmbH, um die junge Welt
weiter herauszugeben. 1998 übernahm dann die
junge-Welt-Genossenschaft die Mehrheit an den Verlagsanteilen. Mit
den Einlagen der inzwischen 1874 Mitglieder werden Projekte wie die
Einführung eines zweiten Druckstandortes im April dieses Jahres
finanziert und die Liquidität des Verlages abgesichert. Entscheidend
für das weitere Erscheinen sei aber der Bestand an bezahlten
Abonnements, weil darüber die laufenden Kosten für die
Zeitungsherstellung finanziert werden, so die Leitung von Verlag,
Redaktion und Genossenschaft im offenen Brief an die Leserschaft.

Pressekontakt:
junge Welt
Redaktion
Telefon: 030 / 53 63 55-0
redaktion@jungewelt.de

Original-Content von: junge Welt, übermittelt durch news aktuell

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