junge Welt: Lafontaine zum 8. Mai: Russland gehört ins Europäische Haus

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Der frühere Linke-Vorsitzende und heutige Chef der
Linksfraktion im Saarländischen Landtag, Oskar Lafontaine, wirbt für
eine Entspannungspolitik gegenüber Russland. Die US-amerikanische
Politik mache den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum
Verursacher der Ukraine-Krise, sagte der Linke-Spitzenpolitiker in
seiner Rede (laut Vorabmanuskript) auf der Gedenkveranstaltung der
Linksfraktion zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus am
Donnerstag abend. Dies berichtet die Tageszeitung »junge Welt«
(Freitagausgabe). »Sicherheit in Europa, auch das ist die Lehre des
Zweiten Weltkrieges, ist nicht gegen, sondern nur mit Russland zu
erreichen«, so Lafontaine.

»Aufgabe der Linken gerade an dem heutigen Tag ist es, auch in
Erinnerung an die weit über 27 Millionen Kriegstoten der Völker der
ehemaligen Sowjetunion, darunter fünf bis sieben Millionen Ukrainer,
dafür zu werben, die Politik der Entspannung und der guten
Nachbarschaft mit Russland und der Ukraine, für die Willy Brandt den
Friedensnobelpreis erhielt, wieder aufzunehmen«, so Lafontaine
weiter. Seine Partei habe den Beitrag der USA zum Sieg über den
Nationalsozialismus nicht vergessen, »aber wenn der aggressive
US-Imperialismus nach dem Zusammenbruch der UdSSR jede
Selbstbeschränkung aufgegeben hat und in fahrlässiger Weise seine
Expansionspolitik weiterverfolgt, dann reklamieren auch wir Linke
eine neue Verantwortung Deutschlands in der Welt«. Allerdings
begreife Die Linke diese Verantwortung anders als die herrschenden
Parteien. Lafontaine: »Wir brauchen endlich eine eigenständige
europäische Außenpolitik, die den Werten Europas, der Freiheit, der
Demokratie, der sozialen Gerechtigkeit und der Menschenwürde
verpflichtet ist und auf Interventionskriege und neokoloniale
Abenteuer verzichtet. Unsere Verantwortung besteht darin, einer
verhängnisvollen US-Politik in den Arm zu fallen und darauf zu
bestehen, dass Russland seinen Platz im gemeinsamen Europäischen Haus
hat. Wir wollen mit Russland in Frieden leben, weil wir gemäß dem
Schwur der Überlebenden von Buchenwald eine Welt des Friedens und der
Freiheit bauen wollen.«

Die Tageszeitung junge Welt veröffentlicht die Rede Oskar
Lafontaines in der Ausgabe vom 8. Mai im Wortlaut. Sie ist ab 19.30
Uhr auf der Webseite www.jungewelt.de abrufbar.

Pressekontakt:
junge Welt
Redaktion
Telefon: 030 / 53 63 55-0
redaktion@jungewelt.de

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