Jürgen Durner | Gerd Winter | Matthias Will in der Galerie Barbara von Stechow

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Jürgen Durner wurde 1964 in Nürnberg geboren und studierte dort von 1984 bis 1989 an der Akademie der Bildenden Künste freie Malerei in der Klasse Christine Colditz. 1990 und 1991 führte er seine Ausbildung im Atelier Leonardo Cremonini an der Ecole des Beaux Arts de Paris fort. Ab 1992 arbeitete er freischaffend in Berlin, 2001 und 2002 in New York sowie 2003 bis 2005 in London. Zurzeit lebt und arbeitet er in Berlin.
Verspiegelte Glasscheiben stehen als gegenständlicher Horizont im Zentrum seiner Arbeit. Dabei spielt die Überlagerung des sichtbaren räumlichen Geschehens, mittels der als Spiegelfolien fungierenden Glasscheiben, eine zentrale Rolle. Dabei entstehen verschiedene Realitätsebenen: die Glasfläche mit dem gespiegelten Bild des Gegenüberliegenden und die durch sie hindurchscheinenden Bilder des Innenraumes. Diese potenzierte Realität der überblendeten Gegenständlichkeit erlaubt es dem Künstler, eine irritierende Verdichtung der alltäglichen, städtischen Erscheinungswelt malerisch umzusetzen. Senkrechte und Waagerechte geben den Bildern eine Struktur. Die Spiegelung der frontalen Beleuchtung setzt Glanzlichter.
Der Blick dringt gerichtet durch das Dickicht der visuellen Hindernisse. Durners Blick bleibt dagegen merkwürdig objektiv und neutral gegenüber der Gesamtheit aller Erscheinungen.
Scheinbar banale Dinge werden mit Accessoires, modernen Designs, oftmals vertikalen Architekturelementen und extremen Lichtsituationen kombiniert, ineinander verschränkt. Dabei wird das Licht, insbesondere das künstliche Licht der Nacht, zum führenden Ausdrucksträger. Durner dreht den normalen Blick um und fokussiert detailliert genau und handwerklich souverän einen bestimmten Ausschnitt des Miteinanders aller Dinge. Sein Blick ist obsessiv hintergründig. Er lebt aus der Überzeugung, dass jede Oberfläche ein Resultat von Widerschein, sprich Reflektion ist.
Wir bekommen dadurch eine verblüffend virtuelle Welt vorgeführt, die wir irgendwie kennen und erinnern, aber dennoch so noch nicht bewusst gesehen haben. Der Eindruck von Gleichzeitigkeiten verschiedener Geschehnisse und struktureller Bewegungsmuster manifestiert diese Bildwelt, die als Spielfeld für eine anspruchsvolle Malerei viele Anreize gibt. Die Bilder spannen sich zwischen abstrakten, flächigen Raumebenen und rhythmisierten Texturen auf. Wände werden durchsichtig, Lichtspiele erscheinen im tiefen Schatten, hinter den Dingen tauchen andere Dinge auf. Dabei steht eine starke Bewertung von leuchtenden Grundfarben im Vordergrund, die oftmals sehr transparent und feinlasiert in Wirkung treten. Wir nehmen damit eine Poetisierung und Ästhetisierung unserer grauen Alltagswelt wahr, die wir durchaus als Bereicherung an Schönheit empfinden dürfen.
Gerd Winter wurde 1951 in Groß-Gerau geboren. Er studierte von 1979 bis 1984 Malerei an der Frankfurter Hochschule für Bildende Künste (Städelschule) bei Hermann Nitsch, Ernst Caramelle, Peter Klasen und Bernd Jäger. Seit 1995 ist der Künstler Mitglied der Darmstädter Sezession.
Ohne konkrete Bildinhalte, allein durch farbliche Strukturen und Verläufe, gibt Gerd Winter in seinen Werken Stimmungen und Emotionen an den Betrachter weiter. Ob als horizontale sowie vertikale Farbflächen angelegt oder aber im spontanen Verlauf, werden konkrete Gedanken in malerische Bildkonstruktionen umgesetzt. Schicht um Schicht werden auf Holz oder Leinwand solange Farbfelder aufgetragen, freigelegt oder neu überdeckt, bis eine Ausgewogenheit der Bildkomposition erreicht ist. Aus dem Wechsel von streng geometrisch angelegten Farbflächen sowie spontanen Verwischungen und Verläufen schafft Gerd Winter ein Spannungsfeld sowohl zwischen Form und Farbe als auch zwischen Fläche und Raum.
Als Wilhelm- Loth- Preisträger der Stadt Darmstadt 2005 wurde sein Werk 2007 mit einer hoch gelobten Einzelausstellung im Hessischen Landesmuseum geehrt (in einer Doppelschau mit Matthias Will, Preisträger des Jahres 2004). Winters Werke sind in zahlreichen öffentlichen Sammlungen, wie der des Hessischen Landesmuseum Darmstadt, der Pfalzgalerie Kaiserslautern, der Kunsthalle Recklinghausen, des Landes Hessen sowie überregionalen Institutionen und Firmensammlungen vertreten.
In verschiedensten Größenordungen stellt der 1947 in Kahl am Main geborene Künstler Matthias Will Schwere und Leichtigkeit, Statik und Bewegung in seinen Objekten gegenüber. Durch das Zerteilen geometrischer Formen aus Eisen und Stahl und ihre erneute Zusammensetzung in gänzlich neuen Gebilden, entstehen Installationen, die einen ganz neuen Raumbezug beanspruchen. Einzelne Elemente werden auf unerwartete Weise zusammengeführt und in einen innovativen Dialog zueinander gestellt. Sowohl hinsichtlich Material und Aufbau als auch im Hinblick auf das Verhältnis zwischen Form und Raum ergeben sich Spannungen, die allgemein geltende Form- und Materialgesetze außer Kraft zu setzen und zu hinterfragen scheinen.
Matthias Will studierte von 1975 bis 1980 Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste (Städelschule) in Frankfurt am Main bei Professor Michael Croissant.
1996 erhielt er den vom Landkreis Darmstadt-Dieburg ausgelobten Georg-Lichtenberg-Preis für bildende Kunst und 2004 den Kunstpreis der Stadt Darmstadt (Wilhelm- Loth- Preis). 2007 waren seine Werke im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt zu sehen. 2012 stellte das Städtische Museum Groß-Gerau die Arbeiten des Bildhauers aus. Seine Werke sind in einer Vielzahl von privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten, u.a. in den Sammlungen der AK Versicherung (Mainz), der Deutschen Bank AG sowie der des Klinikums in Darmstadt.
Jürgen Durner | Gerd Winter | Matthias Will
19.1. – 17.2.2017
Eröffnung: 18.1.2017, ab 18.30 Uhr
 

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