(K)ein Posten für zwei: Warum Jobsharing noch nicht funktioniert / Personalberatung TreuenFels fordert den Bruch mit der „Morgengesellschaft“ – für flexibleres Arbeiten

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Die Zeiten ändern sich – auch die Arbeitszeiten.
Flexible Arbeitszeitmodelle werden immer wichtiger, um mehr Bewerber
anzusprechen, mehr selbstbestimmtes Arbeiten zu ermöglichen und Fach-
und Führungskräfte gerade in der Familiengründungsphase nicht zu
verlieren.

Führen in Teilzeit ist jedoch weiterhin eine Ausnahmesituation. Es
scheitert aber nicht an der Frage, ob Führungspositionen
grundsätzlich teilzeitfähig sind, sondern vielmehr an der
Machbarkeit, der technischen Umsetzung. „Viele Unternehmen, die
Teilzeit oder Jobsharing anbieten, haben ein Problem mit dem
Gleichgewicht: Vormittags sind oft zu viele Kräfte vor Ort,
nachmittags zu wenige. Das Tagesgeschäft läuft aber kontinuierlich.
Und dass die Vollzeitkräfte diese Mehrbelastungen dann auffangen, ist
ungerecht“, sagt Doris Mailänder, Geschäftsführerin der
Personalberatung TreuenFels.

Die wiederholten Forderungen der Politik an die Wirtschaft helfen
wenig. „Viele Unternehmen möchten, wie ihre Arbeitnehmer, gern
flexibler sein, doch es fehlen tragfähige Strukturen. Gerade der
deutsche Mittelstand braucht Hilfe“, so Mailänder. Das Problem: „Wir
leben in einer Morgengesellschaft, das lähmt die Flexibilisierung in
Deutschland. Wenn etwa in Kitas und Schulen früh Wissen vermittelt
und nachmittags gespielt wird, werden Eltern wohl kaum morgens daheim
bleiben und nachmittags zur Arbeit kommen“, sagt Mailänder.
„Teilzeitarbeit sollte aber vor- und nachmittags machbar sein“,
fordert die Personal-Expertin. „Im Handel, im Gesundheitswesen oder
bei Verkehrsbetrieben ist auch nicht mittags Schluss, die
schichtweise Präsenz der Mitarbeiter ist dort ganz
selbstverständlich. Doch statt die Erfolgsstrategien zu übertragen,
haben es gerade Fach- und Führungskräfte anderer Branchen weiter
schwer, in Teilzeit erfolgreich zu sein.“

Dazu braucht es ein grundsätzliches Umdenken: „Klar erfordern
flexible Jobmodelle partnerschaftliche Prinzipien und dass Kollegen
gemeinsam Verantwortung tragen – aber auch, dass sie politisch mehr
Druck machen“, so Mailänder. Denn auch die Infrastruktur muss dazu
passen. „Manche Unternehmen behelfen sich, indem sie selbst
Ganztages-Kitas bauen oder Fortbildungen in den Abendstunden oder als
Webinar anbieten. Doch das hilft nur punktuell.“ Und nur, wenn die
Vorrausetzungen stimmen, kann sich flexibles Arbeiten auch auf
Führungspositionen flächendeckend durchsetzen. Davon profitieren
nicht nur Eltern oder Mitarbeiter, die Angehörige pflegen, sondern
der Standort Deutschland und nicht zuletzt die Unternehmen, denn die
Mitarbeiter sind zufriedener und produktiver.

Pressekontakt:
Miriam Wolschon, redRobin Strategic Public Relations, Virchowstraße
65b, 22767 Hamburg,
Tel. 040/692 123-27, E-Mail: wolschon@red-robin.de, Internet:
www.red-robin.de

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