Kai Diezemann reist hinter Gitter / SWR-Reporter und sein Team fragen, was Strafvollzug eigentlich bringt / 20. Juli, 21 Uhr im SWR Fernsehen (FOTO)

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Was Haftstrafen bringen, will SWR-Reporter Kai Diezemann auf einer
bundesweiten Recherche-Reise herausfinden und befragt dazu Menschen
mit unterschiedlichen Standpunkten. „Was bringt Knast? Diezemanns
Reisen hinter Gitter“ liefert am 20. Juli um 21 Uhr im SWR Fernsehen
das Ergebnis.

Rund 62.000 Menschen sitzen in deutschen Justizvollzugsanstalten
eine Freiheitsstrafe ab. Die Haft ist die „Sühne“, der
Schuldausgleich für eine begangene Straftat. Daneben sollen die Täter
resozialisiert und auf ein geordnetes Leben nach der Entlassung
vorbereitet werden. Doch fast jeder zweite Haftentlassene wird in den
folgenden Jahren wieder straffällig. Kein Wunder, sagen
Knast-Kritiker. Denn in unseren Gefängnissen werde niemand zu einem
besseren Menschen.

Kai Diezemann trifft Richter, Therapeuten und Knastinsassen wie
Hubertus Becker. Der ehemalige Häftling hat im Gefängnis ein Buch
geschrieben. Sein Standpunkt: Wegsperren allein nütze der
Gesellschaft nichts. Ohne Betreuung, ohne Therapien sei der Rückfall
nach der Entlassung schon vorgezeichnet. Der Berliner Richter Andreas
Müller sieht das ganz anders. Zuviel „Sozialromantik“ untergrabe den
Abschreckungseffekt von Strafe und Gefängnis, sagt er. Er hat täglich
mit kriminellen Jugendlichen zu tun. Und fordert schnellere, härtere
Strafen.

Die Frage nach dem Sinn von Haftstrafen führt Diezemann auch in
die sozialtherapeutische Justizvollzugsanstalt in Ludwigshafen. Hier
gibt es intensive Einzel- und Gruppentherapien und
Anti-Gewalt-Trainings. Einer der Häftlinge hier ist Toni, der wegen
Gewaltdelikten einsitzt. Er sagt: Diese Art des Strafvollzugs habe
ihn verändert. Und sieht eine Chance auf ein normales Leben nach der
Entlassung.

Der SWR-Reporter trifft aber auch die Opfer von Straftätern wie
Susanne Preusker. Sie wurde Opfer eines Verbrechens: Die Psychologin
arbeitete in einer sozialtherapeutischen Anstalt und wurde dort von
einem Häftling als Geisel genommen. Sie werde nie mehr der
unbeschwerte Mensch sein, der sie einmal war, sagt sie. Und: Manche
Straftäter seien nicht zu ändern, egal wie viele Stunden Therapie sie
bekämen. Und vor diesen Menschen müsste die Gesellschaft geschützt
werden.

Ein Film von Kai Diezemann, Christiane Blume und Torben Schmidt

Seit zwei Jahren erforscht SWR-Reporter Kai Diezemann
gesellschaftliche Phänomene, stellt Fragen und probiert aus, was
diejenigen erleben, deren Sicht der Dinge er verstehen möchte. Für
die Reportagereihe „Diezemanns Reisen“ lag er bereits auf Yogamatten,
fragte, ob man Fleisch wirklich ohne Reue essen kann, oder tauchte
ein in die wundersame Welt der Angler.

Am Mittwoch, 27. Juli, um 21 Uhr bringt das SWR Fernsehen eine
weitere von Diezemanns Reisen. Der Reporter begibt sich dann in die
Welt des Islam und geht der Frage nach: „Deutschland und der Koran:
Wie passt das zusammen?“.

Film vorab für akkreditierte Journalisten auf presseportal.SWR.de.

Fotos über ARD-Foto.de.

Pressekontakt: Sibylle Schreckenberger, Tel. 06131 929 32755,
sibylle.schreckenberger@SWR.de

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