Kauder: Weltgemeinschaft muss Christenverfolgungächten

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Neuer Open Doors Bericht besorgt CDU/CSU-Fraktion zutiefst

Die überkonfessionelle christliche Organisation Open Doors hat an
diesem Mittwoch ihren jährlichen Bericht über die Christenverfolgung
in aller Welt vorgelegt. Dazu erklärt der Vorsitzende der
CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Volker Kauder:

„Viele Millionen Menschen werden an Leib und Leben bedroht, nur
weil sie sich zum Christentum bekennen. Mehr als 100 Millionen
Christen leben in Ländern, in denen ihr Menschenrecht auf
Religionsfreiheit nicht geachtet wird. Der Bericht von Open Doors
muss uns aufrütteln. Es ist zutiefst erschütternd, dass der Grad der
Verfolgung von Christen so dramatisch zugenommen hat. Deutschland und
Europa, aber auch die gesamte Weltgemeinschaft müssen noch stärker
als bisher den wachsenden religiösen Fanatismus ächten. Alle Staaten,
alle Kirchen und alle friedliebenden Religionsgemeinschaften müssen
hier zusammenstehen, um die Religionsfreiheit generell zu
verteidigen. Gerade auch den verfolgten und bedrängten Christen
müssen wir unsere Hilfe gewähren.

Insbesondere die Lage in Syrien und dem Mittleren und Nahen Osten
ist besorgniserregend. In 35 der 50 Länder des „Weltverfolgungsindex“
ist der islamische Extremismus die Haupttriebkraft für die Verfolgung
von Christen. Gruppen wie Boko Haram, Al Shabaab und der sogenannte
Islamische Staat gehen mit extremer Gewalt gegen Christen und andere
Minderheiten vor.

Derzeit spüren wir in Deutschland hautnah die Folgen von religiös
begründetem Terror. Viele Menschen aus Syrien oder dem Irak kommen in
unser Land, um Zuflucht zu suchen. Es sind Menschen, die in ihren
Heimatländern vielfach um ihr nacktes Leben fürchten mussten. Es sind
Christen, aber auch zum Beispiel Jesiden oder Muslime aus dem Irak.
Als Christen und als Fraktion, die sich auf das christliche
Menschenbild beruft, müssen wir auch weiter dafür eintreten,
Verfolgten Zuflucht zu gewähren. Dabei sind aber auch die
Möglichkeiten Deutschlands begrenzt.

Vor allem aber müssen und wollen wir dazu beitragen, dass die
Fluchtursachen in den Herkunftsländern beseitigt werden. Hier ist
besonders die UN-Flüchtlingshilfe gefragt. Es ist beschämend
mitanzusehen, wie die Hilfen für die Flüchtlingslager u.a. im Libanon
zusammengestrichen wurden. Deutschland wird sich hier nachhaltig
engagieren und auch die internationale Gemeinschaft weiter zu ihren
Verpflichtungen drängen. Genauso wichtig wie die Nothilfe mit
Lebensmitteln oder bei der Unterbringung aber ist es, dass gerechte
Zustände entstehen. Gerade die Einhaltung des Menschenrechts auf
Religionsfreiheit ist dafür eine wichtige Grundlage.

Die deutsche Außenpolitik muss alles tun, um der Religionsfreiheit
in diesem Jahr einen noch höheren Stellenwert zu geben. Deshalb wird
die CDU/CSU-Bundestagsfraktion auch 2016 die Frage der
Religionsfreiheit auf Reisen und in Veranstaltungen immer wieder
thematisieren. Schon am 11. April wird sich dabei ein
Fraktionskongress explizit mit der Lage der Christen im Mittleren und
Nahen Osten beschäftigen. Im September findet auf Einladung der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion die zweite Sitzung des internationalen
Parlamentariergremiums in Berlin statt, das die Bedeutung der
Religionsfreiheit noch stärker betonen soll. 2015 trafen sich bei der
ersten Sitzung in New York schon etwa 100 Parlamentarier sowie
Repräsentanten von Regierungen und Nicht-Regierungsorganisationen aus
50 Ländern. Sie haben die UNO aufgefordert, die Verteidigung der
Religionsfreiheit noch stärker in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu
stellen. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion wird in ihrem Engagement für
die Religionsfreiheit nicht nachlassen.“

Hintergrund:

Nach dem Weltverfolgungsindex 2016 des überkonfessionellen
christlichen Hilfswerks Open Doors werden weit mehr als 100 Millionen
Christen aufgrund ihres Glaubens verfolgt. Besonders im Mittleren
Osten und in Afrika hat danach die Christenverfolgung durch
Islamisten zugenommen. Unrühmlicher Spitzenreiter ist zum vierzehnten
Mal in Folge das abgeschottete kommunistische Nordkorea.

2016 hat sich die Zahl der wegen ihres Glaubens ermordeten
Christen fast verdoppelt. Gegenüber 2015 wurden auch doppelt so viele
Kirchen attackiert oder zerstört. (Berichtszeitraum 2015: 4.344 um
ihres Glaubens willen ermordete Christen und 1.062 aus religiös
motivierter Gewalt attackierte Kirchen; Berichtszeitraum 2016: 7.100
um ihres Glaubens willen ermordete Christen und 2.406 aus religiös
motivierter Gewalt attackierte Kirchen).

Pressekontakt:
CDU/CSU – Bundestagsfraktion
Pressestelle
Telefon: (030) 227-52360
Fax: (030) 227-56660
Internet: http://www.cducsu.de
Email: pressestelle@cducsu.de

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