Kenia: Gründonnerstag ein Jahr nach Massaker von Garissa / Open Doors erinnert an systematische Verfolgung von Christen im Nordosten (FOTO)

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Am 23. März kehrten Mitarbeiter von Open Doors aus Kenia zurück,
wo sie Christen und Leiter verschiedener Kirchen trafen, um ihnen zum
Jahrestag des Anschlags auf die Universität in Garissa Mut
zuzusprechen. Es war der Gründonnerstag 2015, als dort Al Shabaab
Milizen über 140 christliche Studenten gezielt und kaltblütig
massakrierten.

Anschlag in Garissa: nur die Spitze des Eisberges

Kenia ist zwar zu etwa 80% christlich, im Grenzgebiet zu Somalia
gibt es jedoch eine muslimische Bevölkerungsmehrheit von 90%. Die aus
Somalia stammende islamistische Gruppierung Al Shabaab will in
Somalia sowie der benachbarten Küstenregion von Kenia und Tansania
einschließlich Sansibar ein Kalifat errichten. Um dieses Ziel zu
erreichen, verfolgen die Islamisten eine Strategie, zu der sowohl
konstanter Druck als auch massive und gezielte Anschläge gehören.

Mehrere blutige Übergriffe, zumeist durch Al Shabaab, haben Kenia
seit 2012 schwer erschüttert, wobei jeweils Christen von Muslimen
getrennt und teils grausam ermordet wurden. Die größten Anschläge im
Überblick: 21. September 2013 – Überfall auf die Westgate Mall in
Nairobi mit 67 Ermordeten; 22. November 2014 – Überfall auf einen
Reisebus, 28 christliche Insassen getötet; 2. Dezember 2014 – 36
christliche Arbeiter eines Steinbruchs bei Mandera ermordet; 2. April
2015 – Massaker an der Universität von Garissa. Bei weiteren
Anschlägen, zumeist auf Kirchen, wurden ebenfalls gezielt Christen
ermordet.

Auswirkung auf Bevölkerung und Kirchen

Nicht erst beim Überfall auf die Universität von Garissa forderten
die Angreifer alle Nicht-Muslime auf, die Region zu verlassen.
Behördenmitarbeiter und beispielsweise Lehrer wurden systematisch und
gezielt bedroht. Viele von ihnen, auch Geschäftsleute, sind als Folge
des Anschlags in andere Teile Kenias umgezogen. Etwa 2.000 Lehrer
haben ihre Versetzung beantragt. Die Verunsicherung hat zu einem
drastischen Einbruch der lokalen Wirtschaft in Garissa geführt.
Augenzeugen berichteten Open Doors von einem stark veränderten
Straßenbild nach den Anschlägen: „Christen wagten sich kaum noch auf
die Straße, alle hatten Angst.“ Die örtlichen Kirchen haben ihr
Programm auf den sonntäglichen Gottesdienst reduziert, die
Besucherzahlen liegen bis heute deutlich unter denen vor dem
Anschlag. „Meine Verwandten haben mich aus Angst noch nicht wieder
besucht, dass ihr heute zu uns kommt, bedeutet uns sehr viel!“,
betonte ein Pastor gegenüber den Open Doors Mitarbeitern aus
Deutschland. Open Doors steht in engem Kontakt zu den Pastoren und
leistet Hilfe.

„Wir dürfen nicht aufgeben!“

Nach Monaten der Schließung wurde Anfang 2016 der Lehrbetrieb an
der Universität wieder aufgenommen. Ein Mitglied der Fakultät, selbst
Zeuge des Anschlags, kommentierte: „Wir dürfen nicht aufgeben, sonst
hat Al Shabaab gewonnen.“ Auf dem Gelände sind nun 30 Polizeibeamte
stationiert, darunter der Polizeichef von Garissa. Als überzeugter
Christ stellte er nüchtern fest: „Es gibt keine absolute Sicherheit,
wir sind auf Gottes Hilfe angewiesen. Bitte beten Sie auch für uns
Polizeibeamte!“

Open Doors Deutschland will ein Jahr nach den schrecklichen
Geschehnissen in Garissa auf die Situation der bedrängten Christen in
Kenia aufmerksam machen: „Die Christen leiden unter den Traumata der
verheerenden Anschläge. Gerade jetzt, nach Paris und Brüssel,
verstehen wir, wie wichtig es ist, denen beizustehen, die ständig mit
der Angst vor weiteren Anschlägen leben müssen. Wir wollen die
Christen in Kenia deshalb zu Ostern besonders ermutigen, ihren
Glauben an Jesus Christus nicht zu verstecken“, sagt Markus Rode,
Leiter von Open Doors Deutschland.

Auf dem Open Doors Weltverfolgungsindex 2016 belegt Kenia Rang 16,
im Jahr 2014 war es noch auf Platz 43. Die Christen im Land bitten um
Gebet – nicht nur zu Ostern.

Weitere Informationen unter:
www.opendoors.de/verfolgung/laenderprofile/kenia/

Über Open Doors

Weit mehr als 100 Millionen Christen werden weltweit aufgrund
ihres Glaubens verfolgt. Open Doors ist als überkonfessionelles
christliches Hilfswerk seit über 60 Jahren in rund 60 Ländern im
Einsatz für verfolgte Christen. Jährlich veröffentlicht Open Doors
den Weltverfolgungsindex, eine Rangliste von Ländern, in denen
Christen am stärksten verfolgt werden. Projekte von Open Doors
umfassen Hilfe zur Selbsthilfe, Ausbildung von christlichen Leitern,
Engagement für Gefangene, Nothilfe und Trauma-Arbeit, die
Bereitstellung von Bibeln und christlicher Literatur sowie die
Unterstützung von Familien ermordeter Christen. Mit einer breiten
Öffentlichkeitsarbeit informiert das Werk in Publikationen und mit
Vorträgen über Christenverfolgung und ruft zu Gebet und Hilfe für
verfolgte Christen auf. Die Arbeit von Open Doors Deutschland e.V.
wird durch Spenden finanziert. Das Werk trägt das
Spendenprüfzertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz.

Pressekontakt:
Für Fotos und Interviews mit Markus Rode wenden Sie sich bitte an
unser Pressebüro.

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Open Doors Deutschland e.V.
Postfach 1142
D-65761 Kelkheim
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