Kinder brauchen besonderen Schutz – unabhängig vom Aufenthaltsstatus

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Anlässlich der aktuellen Entwicklungen in der
Debatte um Flüchtlinge mahnt die weltweit größte unabhängige
Kinderrechtsorganisation Save the Children an, die Kinderflüchtlinge
in den Fokus zu nehmen. Momentan wird jeder dritte Asylantrag in
Deutschland von einem Minderjährigen gestellt. Es muss alles dafür
getan werden, sie von vorneherein richtig zu integrieren.

„Die Situation für Flüchtlinge wird ständig intensiv verhandelt,
sei es das neue Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz oder die Debatte
um fehlende oder unzureichende Unterbringungsmöglichkeiten. Leider
findet die Situation der Kinderflüchtlinge dabei kaum Beachtung. Um
die jungen Menschen aber erfolgreich zu integrieren, müssen wir
unbedingt bei allen diskutierten Maßnahmen das Kindeswohl in den
Vordergrund stellen“, mahnt Kathrin Wieland, Geschäftsführerin von
Save the Children Deutschland. „Denn Kinderflüchtlinge sind
zuallererst Kinder. Die internationale Kinderrechtskonvention, die
von allen europäischen Ländern und somit auch von Deutschland
unterzeichnet wurde, beglaubigt ihnen ihre besondere
Schutzbedürftigkeit – und zwar unabhängig von ihrem Aufenthaltstitel.
Auch die EU-Aufnahmerichtlinie setzt bezüglich der besonderen
Bedürfnisse von Kindern hohe Anforderungen an die Umsetzung in
Deutschland. Es ist also nicht nur unsere moralische, sondern auch
unsere rechtliche Pflicht, allen Kindern zu helfen, ihre Rechte
wahrzunehmen.“

Forderungen Save the Children:

1. Auch die begleiteten Kinderflüchtlinge müssen explizit unter
das Kinder- und Jugendschutzgesetz gestellt werden. Bisher
profitieren nur die unbegleiteten davon, dementsprechend ist derzeit
z.B. nicht klar, ob Jugendämter bei Kinderschutzfällen in
Gemeinschaftsunterkünften zuständig sind oder nicht.

2. Nationale Mindeststandards für Unterkünfte müssen jetzt schnell
eingeführt werden. Dazu gehört u.a. die alters- und
geschlechtsspezifische räumliche Unterbringung von Kindern und
Familien sowie qualifiziertes Personal in den Unterkünften.

3. Betreiber, Personal, Polizei und Ehrenamt müssen im Umgang mit
und in der psychosozialen Erstversorgung von Kindern geschult werden.
Save the Children macht das seit Jahrzehnten entlang der Fluchtrouten
in der ganzen Welt – wir können unser lang erprobtes Konzept
jederzeit auf den deutschen Kontext übertragen.

4. Lehrer und Erzieher müssen in Deutsch als Zweitsprache
zusatzqualifiziert werden.

5. Eltern geflüchteter Kinder müssen über die Rechte ihrer Kinder
auf Bildung informiert und in der Umsetzung aktiv unterstützt werden.

6. Die Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen ist im
Asylbewerberleistungsgesetz eingeschränkt. Wir plädieren dafür,
geflüchteten Kindern die vollumfängliche Gesundheitsvorsorge zu
garantieren.

Pressekontakt:
Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle – Claudia Kepp
Markgrafenstr. 58
10117 Berlin
Tel.: +49 (30) 27 59 59 79 – 28
Mail: claudia.kepp@savethechildren.de

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