Kinder vor Frühverheiratung schützen / Ehemündigkeit auf 18 Jahre anheben

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Die Kindernothilfe begrüßt die Initiative von
Bundesjustizminister Heiko Maas zum Thema Frühverheiratung und
fordert, die Ehemündigkeit in Deutschland grundsätzlich auf 18 Jahre
anzuheben. In Anlehnung an die UN-Kinderrechtskonvention sollten das
Wohl und der Schutz der Kinder an oberster Stelle stehen. „Es ist
höchste Zeit, dass die Gesetzgebung hier nachzieht“, so Katrin
Weidemann, Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe.

Komplexer sei die Auseinandersetzung mit im Ausland geschlossenen
Ehen mit Minderjährigen. „Über jeden Fall von Frühverheiratung muss
einzeln entschieden werden, um das Leben der Kinder nicht noch weiter
zu erschweren“, sagt Weidemann. „Ich hoffe, dass bei der Überprüfung
der Gesetze mit den – und nicht nur über die – Betroffenen gesprochen
wird.“

Die Ursachen für Frühverheiratung sind vielfältig: Fast immer
treibt die Armut Eltern dazu, insbesondere junge Mädchen an
wirtschaftlich besser gestellte Männer zu verheiraten. Doch auch der
Schutz vor sexuellen Übergriffen und Gewalt auf der Flucht kann bei
der Entscheidung, die eigenen Kinder schon früh zu verheiraten, eine
Rolle spielen. „Man muss genau hinsehen, um zu entscheiden, ob eine
Ehe, die nach geltendem Recht im Ausland geschlossen wurde, bei uns
anerkannt werden kann oder nicht“, so Weidemann. Dafür brauche es
ausreichend Ressourcen, etwa in Jugendhilfeeinrichtungen, die
dringend gestärkt werden müssten. Es dürfe allerdings keine
Kompromisse geben, wenn Zwang und Gewalt zu erkennen seien. In diesen
Fällen müsse man rigoros durchgreifen, sofort einen Vormund bestellen
und alle Schutzmechanismen aktivieren. „Die Flucht aus einer
Zwangsehe sollte als Asylgrund anerkannt werden“, fordert Weidemann.

Die Kindernothilfe klärt in vielen ihrer Projekte in Afrika, Asien
und Lateinamerika über die Gefahren von Frühverheiratung auf,
entwickelt gemeinsam mit den Eltern alternative Einkommensquellen und
ermöglicht Kindern den Schulbesuch und eine kindgerechte Entwicklung.
In Selbsthilfegruppen tauschen sich Eltern über ihre Erfahrungen aus
und fangen an umzudenken. „Die Wirkung der Selbsthilfegruppen ist
beeindruckend: Eltern erkennen, dass sie eine Wahl haben, und
schicken ihre Kinder nicht mehr in die Zwangsehe“, so Weidemann.

Kontakt:
Angelika Böhling, Pressesprecherin
Tel. 0178.8808013

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