Kinderflüchtlinge in Italien werden von Schleppern ausgebeutet und zu Prostitution sowie Drogenhandel gezwungen

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In Italien werden Kinderflüchtlinge zu Prostitution
und Drogenhandel gezwungen, das geht aus einem aktuellen Bericht von
Save the Children hervor, der auf Erlebnisberichten von Betroffenen
beruht.

Die steigende Anzahl der Kinderflüchtlinge verschärft das Problem
und erhöht die Gefährdung für die Mädchen und Jungen massiv. Mehr als
10.500 unbegleitete Kinderflüchtlinge sind bereits 2016 in Italien
angekommen. Das sind mehr als doppelt so viele im Vergleich zum
Vorjahr. Im aktuellen Report von Save the Children werden die
brutalen Methoden der Schlepper beleuchtet, die besonders Mädchen und
junge Frauen zur Prostitution und Kinder zu schädlicher Arbeit
zwingen, um ihre Schulden oft bis zu 50.000 EUR für die Flucht
abzuarbeiten.

Save the Children deckt auf, dass besonders Mädchen aus Nigeria
oder Rumänien – gerade einmal 13 Jahre alt – durch falsche
Versprechungen nach Italien gelockt werden, um als Babysitter,
Kellnerin oder Friseurin zu arbeiten. Die Schlepper bedienen dabei
mitunter sich der Hilfe von Lehrern oder anderen Vertrauenspersonen.
Die Mädchen und jungen Frauen werden dann zu Prostitution gezwungen
und werden Opfer von körperlicher, sexueller und emotionaler Gewalt.

Viele der Mädchen werden zudem bereits auf ihrer Flucht nach
Europa Opfer sexueller Gewalt. Täter sind meist die
Menschenschlepper. Manche der Mädchen werden schwanger – und sind in
der Folge entweder gezwungen abzutreiben, oder werden früher oder
später mit ihren Babys erpresst. Die Menschenhändler bedrohen die
Babys oder sogar Familienmitglieder in den Herkunftsländern der
Mädchen, um diese gefügig zu machen.

„Es ist erschütternd, was diesen Kindern widerfährt. Auf der Suche
nach Sicherheit haben sich diese Mädchen und Jungen auf den Weg nach
Europa gemacht. Statt Hoffnung haben sie unvorstellbares Leid
erfahren. Kein Kind darf Opfer von Sklaverei und Gewalt werden. Die
italienische Regierung hat schon Maßnahmen zum Schutz dieser Kinder
verabschiedet. Jetzt muss der Kampf gegen diese kriminellen
Organisationen europaweit erfolgen“, betont Claudia Kepp, Sprecherin
von Save the Children.

Außerdem werden viele Jungen zu Kinderarbeit und kriminellen
Geschäften wie Drogenhandel und Diebstahl genötigt. In Rom müssen
unbegleitete Kinderflüchtlinge aus Ägypten jeden Tag zwölf Stunden
Autos waschen – für 2 EUR pro Stunde. In Turin arbeiten viele
Kinderflüchtlinge auf dem Bau oder in Restaurants, meistens mehr als
zehn Stunden täglich. Viele der betroffenen Flüchtlingsjungen
berichten, dass ihre Arbeitgeber sie misshandeln – zum Teil auch
sexuell.

Zusatzinformationen:

Link zum Report (Italienisch): http://ots.de/nye4a

– Zwischen Januar und Juni 2016 sind nach Angaben der
italienischen Regierung 70.222 Menschen auf der Flucht in
Italien angekommen. 11.608 davon waren Kinder, 10.524 von ihnen
kamen allein.

– Save the Children arbeitet seit 2008 mit Kinderflüchtlingen in
Italien. Unsere Teams sind unter anderem bei jeder Bootsankunft
in den süditalienischen Häfen präsent, um die besonders
verletzlichen Kinder (z.B. solche, die ohne ihre Eltern auf der
Flucht sind) zu identifizieren und zu betreuen. In Rom, Mailand
und Turin betreiben wir Tages- und Nachtzentren für Flüchtlinge,
wo diese Schutz sowie medizinische, psychosoziale und rechtliche
Betreuung erhalten. Wir betreiben außerdem ein mehrsprachiges
Nottelefon.

Pressekontakt:
Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle – Claudia Kepp
Tel.: +49 (30) 27 59 59 79 – 280
Mail: claudia.kepp@savethechildren.de

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