Kinderschutzbund: Aus Willkommenskultur muss Integrationspolitik werden

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Angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation
fordert der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) Bundesverband e.V. einen
nationalen Aktionsplan für eine nachhaltige Integrationspolitik für
Kinder und ihre Familien auf der Flucht. Im Zentrum der Forderungen
stehen neben einer Förderung der Integration auch Sicherheit und
Schutz. DKSB-Präsident Heinz Hilgers hat die zwölf Eckpunkte am
heutigen Donnerstag bei einer Bundespressekonferenz vorgestellt.

Jeden Tag kommen tausende Einwanderer nach Deutschland, mehr als
ein Drittel von ihnen sind Kinder. Die jüngste Geschichte zeigt, dass
mehr als die Hälfte der einmal zu uns gekommenen Einwanderer hier
bleibt. „Das von der Bundesregierung vorgelegte Konzept ist vor
diesem Hintergrund völlig unzureichend und unterfinanziert“,
kritisierte DKSB-Präsident Heinz Hilgers. „Aus Willkommenskultur muss
eine nachhaltige Integrationspolitik werden. Dazu bedarf es eines
nationalen Aktionsplans.“ Zur Herstellung gleicher Lebensverhältnisse
sei dieser durch den Bund zu finanzieren und in Zusammenarbeit mit
Ländern und Kommunen umzusetzen, so Hilgers weiter.

Aus Sicht des DKSB benötigen die kommunalen Entscheidungsträger
zunächst eine aktualisierte Datengrundlage zur Planung einer
bedarfsgerechten Infrastrukturpolitik in Form einer neuen
gemeindescharfen Prognose zur demografischen Entwicklung. Des
Weiteren brauche Deutschland ein nationales
Wohnungsbauförderungsprogramm von jährlich mindestens 350.000
Neubauwohnungen, um für alle ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu
schaffen. Damit gehe unter anderem die Schaffung weiterer
Kindertagesplätze und Schulen einher.

„Zudem sind die Kompetenzen der Einwanderer zu nutzen, indem auch
sie für ehrenamtliches Engagement gewonnen werden. So erfahren sie
Wertschätzung durch Teilhabe“, betonte Hilgers. Ihnen müsse so früh
wie möglich Selbstständigkeit ermöglicht werden. Ein wichtiger
Baustein sei hierfür Arbeit.

„Wenn diese Maßnahmen vorausschauend ergriffen werden und die
staatliche Gemeinschaft aus Bund, Ländern und Gemeinden das große
ehrenamtliche Engagement der Bevölkerung aufnimmt“, so der
DKSB-Präsident, „kann es gelingen, dass aus den Leistungsempfängern
der ersten Wochen und Monate Leistungsträger werden, die unser Land
weiterbringen.“

Der DKSB bietet bundesweit spezielle Angebote und Projekte für
Kinder und ihre Familien auf der Flucht an und leistet damit
praktische Arbeit vor Ort. Das Spektrum reicht von Willkommensfesten
über Sprachkurse und Beratung, Spiel-, Sport- und Kulturangeboten bis
hin zu Traumatherapie und Informationsveranstaltungen für Bürgerinnen
und Bürger.

Alle zwölf Eckpunkte, eine Übersicht der Projekte und Aktionen im
DKSB sowie weitere Informationen zum Thema finden Sie unter
www.dksb.de/flüchtlinge

Pressekontakt:
Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V.
Ansprechpartnerin: Svenja Stickert
Schöneberger Str. 15, 10963 Berlin
Telefon (030) 21 48 09-20
Fax (030) 21 48 09-99
Email stickert@dksb.de, www.dksb.de

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