Kindeswohl darf nicht politischem Kalkül untergeordnet werden / UN müssen alle Verantwortlichen für Missbrauch von Kindern in bewaffneten Konflikten benennen

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Die Bundesregierung soll sich bei der heutigen
offenen Debatte des UN-Sicherheitsrates zu Kindern in bewaffneten
Konflikten für eine konsequente Aufnahme von Konfliktparteien auf die
sogenannte »Liste der Schande« im Bericht des UN-Generalsekretärs zu
Kindern in bewaffneten Konflikten einsetzen. Im Hauptteil des
Berichts werden seit mehreren Jahren schwere Kinderrechtsverletzungen
von Konfliktparteien in Indien, Israel/Palästina, Pakistan und
Thailand genannt, darunter die Rekrutierung von Kindern als Soldaten
und das Töten und Verletzen von Kindern. »Kindeswohl darf nicht
politischem Kalkül untergeordnet werden. Deshalb sollten die
verantwortlichen Regierungsarmeen oder nichtstaatlichen Verbände
nicht nur im Bericht, sondern auch im Anhang des Berichts, der
sogenannten Liste der Schande, genannt werden. Das wäre ein
überfälliger Schritt zum besseren Schutz von Kindern in
Kriegsgebieten«, sagte Ralf Willinger, Kinderrechtsexperte von terre
des hommes.

Eine Nennung in der sogenannten Liste der Schande übt erheblichen
öffentlichen Druck auf die Konfliktparteien aus und kann zu
UN-Sanktionen führen. Zudem müssen die Konfliktparteien mit
Vertretern der Vereinten Nationen verhandeln und Maßnahmen
durchführen, um künftige Kinderrechtsverletzungen zu vermeiden. Dies
wird in UN-Aktionsplänen festgehalten, deren Umsetzung dann von einer
sogenannten UN-Country Task Force im Land begleitet wird. Dies hat in
Ländern wie dem Tschad zu einer deutlichen Verbesserung der Lage der
Kinder geführt.

Die im Bericht enthaltenen Informationen über
Kinderrechtsverletzungen im Nordosten Indiens sind in einer Studie
der indischen terre des hommes-Partnerorganisation NERSWN
dokumentiert. Dabei geht es um schwerste Kinderrechtsverletzungen
sowohl von bewaffneten Oppositionsgruppen als auch von indischen
Sicherheitskräften in den indischen Bundesstaaten Assam und Manipur
im Nordosten Indiens. Dazu gehören die systematische Rekrutierung von
Kindern, Vergewaltigungen, das Töten und Verletzen von Kindern,
gewaltsame Vertreibungen, willkürliche Verhaftungen und Folter.

terre des hommes unterstützt Kinder und Jugendliche in mehreren
Ländern mit bewaffneten Konflikten, darunter Kolumbien, Indien,
Pakistan, Myanmar, Thailand, Philippinen und Irak und setzt sich auf
UN-Ebene sowie gegenüber der Bundesregierung für einen besseren
Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten ein.

Rückfragen:

terre des hommes-Pressereferat, Tel.: 05 41 / 71 01-126,
Mail: presse@tdh.de

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