Kirche in einer Gesellschaft der Angst

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?Welche Rolle haben wir als Christen und welche Rolle hat die Kirche in einer Gesellschaft der Angst? fragt Landesbischof Ralf Meister in seinem Bericht vor der zur Zeit in Hannover tagenden Landessynode. Der biblische Ausruf ?Fürchte dich nicht!? erreiche nach den Anschlägen in Paris viele Herzen nicht mehr. ?Gebet, Nachdenken, Kontemplation und vor allem das Gespräch sind für mich Gesten, die mit der Angst umgehen? sagte Meister. Dahingegen sei es eine Anmaßung, den Opfern und ihren Angehörigen das häufig gehörte ?wir müssen die Party fortsetzen? als ?Begräbnismusik mit auf den Weg zu geben?. Die biblisch-theologische Auseinandersetzung mit der Angst, so Meister, stifte im Glauben begründeten Mut als ?Widerspruch gegen alle Sinnlosigkeiten?. ?Eine Kirche?, so Meister, ?die sich in ihrer Verkündigung und ihrer Weltverantwortung zu Gott hält, kann der Gesellschaft einen Sinn vermitteln, der Zweifel und Sinnlosigkeit in sich aufnimmt.?
Im Blick auf die Flüchtlinge sei es deshalb Aufgabe der Kirchen, etwa durch Begegnungen im Alltag, Begleitung von Flüchtlingen oder Diskussionsforen in den Gemeinden den ?Ängsten zu begegnen und gemeinsam Wege für eine integrative Gesellschaft zu entwickeln?. Meister betonte: ?Kirchen sind die besten Orte, um Ängste und Sorgen zusammenzutragen und nach einvernehmlichen Lösungen zu suchen.? Jeder parteipolitische Dissens hingegen verstärke Unsicherheit, Angst und Desorientierung.
Im Blick auf die bevorstehende UN-Klimakonferenz in Paris wünschte sich Meister, ?dass das Thema Klimawandel und Klimagerechtigkeit ein ganz selbstverständlicher Bereich kirchlichen Lebens wird?. Er verwies auf die Umweltleitlinien der Landeskirche, in denen es heißt ?Wir verstehen die Bewahrung von Gottes Schöpfung als kirchliche Kernaufgabe?. Meister gab bekannt, dass diese Tagung der Landessynode die erste sei, die ihre Treibhausgasemissionen bei dem kirchlichen Kompensationsfonds ?Klimakollekte? kompensiere. In zukünftigen Generationen jedoch werde man ?mit Entsetzen auf ein Zeitalter zurückschauen, in dem die Mobilität als zentraler Ausdruck individueller Freiheit verstanden worden ist?. Mobilität werden zukünftig ?durch Verzicht gekennzeichnet sein und konsequent regenerative Energien nutzen?.
Zu seiner Mitgliedschaft in der von Bundestag und Bundesrat eingesetzten ?Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe? sagte Meister: ?Die lange Suche nach einem Standort braucht eine intensive Form der Beteiligung. Es geht um eine Bürgerbeteiligung von neuer Qualität.? Die  Kommission müsse sich ihrer ethischen Verantwortung im Blick auf die Technologiefolgenabschätzung stellen und den gesellschaftlichen Vertrauensverlust aufarbeiten. Der Ausstieg aus der Kernenergie müsse auch als ein ?grundsätzliches Umdenken in unserer Schöpfungsverantwortung? begriffen werden. Deshalb sei die Beteiligung der Kirchen in der Kommission sinnvoll.
Die 25. Landessynode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers tagt unter der Leitung ihres Synodenpräsidenten Dr. Matthias Kannengießer seit Dienstag, 24. November, bis Freitag, 27. November 2015. Tagungsort ist der Große Saal der Henriettenstiftung in Hannover (Marienstraße 72-90, Hannover).
Am Donnerstag, 26. November, tagt erstmals die Jugendsynode, zu der sich 76 gewählte Jugendsynodale mit den Tagungsteilnehmerinnen und Tagungsteilnehmern der Landessynode im Stephansstift in Hannover (Kirchröder Str. 44, Hannover) treffen. Die Workshops und die Plenarsitzung stehen unter der Überschrift ?Kirche lebt vom Ehrenamt, wovon leben Ehrenamtliche in der Kirche??.
Den vollständigen Tagungsplan finden Sie unter www.synode.landeskirche-hannovers.de

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