Kölner Stadt-Anzeiger: Angst vor den Russen wichtiger Grund für Kampfbereitschaft am Ende des Zweiten Weltkrieges – Der Brite Ian Kershaw über die letzten Tage der NS-Diktatur

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Historiker: Angst vor den Russen wichtiger Grund für
Kampfbereitschaft am Ende des Zweiten Weltkrieges – Der Brite Ian
Kershaw über die letzten Tage der NS-Diktatur

Die Angst vor den russischen Soldaten war nach Auffassung des
britischen Historikers Ian Kershaw ein wichtiger Grund dafür, dass
die Deutschen am Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Selbstzerstörung
kämpften. „Die meisten Menschen sehnten sich nach dem Ende des
Krieges. Aber nur wenige wollten ihr Land von Feinden überrannt und
besetzt wissen, am wenigsten von den verhassten Sowjets“, sagte der
Hitler-Experte in einem Interview dem „Kölner Stadt-Anzeiger“
(Freitags-Ausgabe) aus Anlass des Kriegsendes vor 70 Jahren. Zudem
hätten in den letzten Kriegsmonaten die NSDAP und ihre Organisationen
ihren Einfluss auf „praktisch alle Bereiche des zivilen Lebens“
erweitert, so Kershaw. „Es war unmöglich, an Hitlers Bereitschaft,
Deutschland mit in den Abgrund zu reißen, vorbeizukommen.“ Auch dank
der gut ausgebildeten Bürokratie in Deutschland habe das System bis
kurz vor der Kapitulation am 8. Mai 1945 weiter funktioniert. „Das
Regime versuchte alles, um die Fata Morgana der Normalität aufrecht
zu erhalten – sogar, als sich der totale Zusammenbruch näherte.“

Pressekontakt:
Kölner Stadt-Anzeiger
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Telefon: 0221 224 3149

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