Kölner Stadt-Anzeiger: Philosophie-Professoren fordern nach Singer-Ausladung von phil.Cologne Konsequenzen/“Ein Skandal für die Philosophie und verheerende Signalwirkung für Deutschland“

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Köln. Philosophie-Professoren aus ganz Deutschland
haben mit Protest auf die Ausladung des australischen Philosophen
Peter Singer von dem Philosophie-Festival „phil.Cologne“ reagiert.
„Die Veranstalter haben Peter Singer aus rein opportunistischen und
populistischen Gründen ausgeladen – aus Angst vor Konflikten und
öffentlichen Protesten, die sich schon abzeichneten“, schreiben die
Verfasser einer Stellungnahme zur Ausladung Singers, die der „Kölner
Stadt-Anzeiger“ (Donnerstag-Ausgabe) veröffentlicht. Zu den
Unterzeichnern gehören unter anderem die Professoren Reinhard Merkel
(Uni Hamburg, Mitglied im Deutschen Ethikrat), Thomas Grundmann (Uni
Köln), Manfred Frank (Uni Tübingen), Wolfgang Spohn (Uni Konstanz)
und Ulla Wessels (Uni Saarbrücken). Die Programmleitung der
„phil.Cologne“ hatte Singer nach einem Interview unter anderem mit
kontroversen Äußerungen zum Thema Embryonenschutz und
Präimplantationsdiagnostik ausgeladen. „Eine derart enge,
weltanschaulich charakterisierte Einschränkung dessen, was
Philosophie sein soll und verhandeln darf, verträgt sich aber nicht
mit der sokratisch-aufklärerischen Tradition der westlichen
Philosophie“, heißt es weiter. Dass dies der leitende Geist eines
großen Philosophiefestivals sein soll, sei ein Skandal. Auch wenn
Singers Thesen umstritten seien, sei die intellektuelle
Unbestechlichkeit und die Integrität von Peter Singer über jeden
Zweifel erhaben. Anders als Peter Singer, der kontroversen Debatten
in der Vergangenheit niemals aus dem Weg gegangen sei, waren die
Veranstalter der „phil.Cologne“ aus Sicht der Unterzeichner offenbar
dazu bereit, dieses Verständnis von Philosophie leichtfertig und ohne
Not preiszugeben. „Die Unterzeichner dieses Artikels halten das für
eine schwerwiegende Fehlentscheidung, von der nicht zuletzt eine
verheerende Signalwirkung für die philosophische Diskussionskultur in
Deutschland ausgehen könnte. Damit hat sich die „phil.Cologne“ selbst
ad absurdum geführt. Die Veranstalter sollten jetzt den Mut haben,
die nötigen Konsequenzen zu ziehen.“

Pressekontakt:
Kölner Stadt-Anzeiger
Newsdesk
Telefon: 0221 224 3149

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