Kölner Stadt-Anzeiger: Schriftsteller Rafik Schami attackiert Sloterdijk, Safranski und andere Intellektuelle in Flüchtlingsdebatte als Islamhasser – „Islamphobie ist der salonfähige Antisemitismus“

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Der syrisch-stämmige Schriftsteller Rafik Schami hat
prominenten deutschen Intellektuellen – unter ihnen die Philosophen
Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski sowie der Dramatiker Botho
Strauß – wegen ihrer Aussagen zur Flüchtlingskrise Hass auf den Islam
vorgeworfen. „Die Islamphobie ist der salonfähige Antisemitismus“,
sagte Schami dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Dienstag-Ausgabe). Es
klinge lächerlich, „wenn diese Hasser ihre Sorge um die –jüdischen
Mitbürger– als Grund ihrer Verachtung der Muslime in diesem Land“
angäben, so Schami. In seinem 40-jähigen Bemühen um die Aussöhnung
zwischen Juden und Arabern sei „nie einer dieser Herren auch nur in
Sichtweite anzutreffen“ gewesen. Aus den Kreisen der genannten
Intellektuellen sei ihm über Jahrzehnte hinweg Feindseligkeit
entgegen geschlagen. Diese führte Schami, der 1971 aus seinem
Heimatland Syrien ins Exil nach Deutschland gegangen war und heute
mit seinen Romanen zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autoren
gehört, auf die „Feigheit dieser Herren“ zurück, sich mit ihren
Klischeebildern über die arabischen Kulturen auseinanderzusetzen.
„Ein Araber ist gut, wenn er dreitausend Kilometer entfernt ist, und
höchstens, wenn er die Herren oder ihre Vorurteile bedient, aber
nicht, wenn er sich hier in ihrer Sprache zu Wort meldet oder auch
noch kritisiert.“ Zugleich formulierte Schami einen
Zehn-Punkte-Katalog mit Erwartungen an Flüchtlinge. Im Zentrum stehen
Dankbarkeit, Achtung und Respekt vor dem „christlichen Abendland“ mit
seinen Freiheiten, Werten und Gesetzen. Die Diskussionen darüber
„müssen wir wieder an uns reißen und nicht den Populisten und
Menschenhassern überlassen.“ Flüchtlinge müssten die Gleichheit von
Mann und Frau ebenso achten wie die Rechte von Homosexuellen. Sie
sollten aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und für die
Beseitigung der Fluchtursachen in ihren Heimatländern kämpfen.
Dankbarkeit für die Aufnahme in Deutschland bestehe nicht darin,
„unterwürfig und schleimig gegenüber den Deutschen zu sein, um
insgeheim rassistisch über sie zu denken“, sondern vor allem im
Respekt den Helferinnen und Helfern gegenüber. „Diese tapferen Frauen
und Männer sind ein Garant für die Flüchtlinge gegen die Rassisten
und Populisten“, so Schami.

Pressekontakt:
Kölner Stadt-Anzeiger
Newsdesk
Telefon: 0221 224 3149

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