Kölner Stadt-Anzeiger: Soziologe Welzer wirft der CSU Gefährdung der Demokratie vor Interview im Kölner Stadt-Anzeiger: „Partei betreibt mit idiotischen Forderungen und rassistischen Versatzstücken das Geschäft der AfD“

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Köln. Der Soziologe Harald Welzer hat die CSU wegen
ihrer Positionen in der Flüchtlingspolitik scharf angegriffen. „Die
CSU führt sich als Stichwortgeberin der AfD auf – in der hirnrissigen
Annahme, sie könnte damit bei AfD-Anhängern punkten“, sagte Welzer
dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Dienstag-Ausgabe) und nannte als
Beispiel den Vorschlag des CSU-Vorstands, Zuwanderer aus dem
christlich-abendländischen Kulturkreis zu bevorzugen. Auf eine solch
„idiotische Idee“ sei noch nicht einmal die AfD gekommen. „Während
die CSU mit rassistischen Versatzstücken Marketing für die AfD
betreibt, soufflieren Teile der SPD von der ehemals linken Ecke aus
mit ihrem Sozialneid-Vokabular. Dieses Abdriften zweier Parteien, die
klassisch zum demokratischen Spektrum gehören, halte ich für
ausgesprochen gefährlich“, sagte Welzer. Das „ständige Gerede“ von
einer „verängstigten Gesellschaft“ mache ihn „inzwischen regelrecht
wütend, weil es die Angst selbst erst hervorruft, diese behauptet“,
so der Soziologe weiter. Der Eindruck einer um sich greifenden Angst
sei „ein extrem gelungenes Marketing der Rechtspopulisten. Das
Verhängnisvolle ist, dass Politik und Medien diesen Quatsch auch noch
für bare Münze nehmen.“ Welzer kündigte für diese Woche den Beginn
einer „Initiative Offene Gesellschaft“ seiner Stiftung „Futurzwei“
an.

Pressekontakt:
Kölner Stadt-Anzeiger
Newsdesk
Telefon: 0221 224 3149

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