Kölner Stadt-Anzeiger: Weitere Kritik an Ehrung für Adonis Rupert Neudeck: Verschiebung der Preisverleihung ist ein „halbherziger und feiger“ Schritt

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Auch nach der Entscheidung der Stadt Osnabrück, dem
syrischen Lyriker Adonis den Erich-Remarque-Friedenspreis frühestens
im nächsten Frühjahr zu verleihen, bleibt der Protest gegen die
umstrittene Ehrung bestehen. Von einem „halbherzigen und feigen“
Schritt sprach Rupert Neudeck, Gründer der Hilfsorganisationen Cap
Anamur und Grünhelme, auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“
(Freitag-Ausgabe). „Wir müssen alle Unentschiedenheit gegenüber den
Massenmorden und Vertreibungen vermeiden, die auf das Konto des
Regimes Assad gehen. Die Stadt Osnabrück wäre besser beraten gewesen,
ihre Entscheidung für Adonis ganz zu revidieren und nicht nur
aufzuschieben.“

Der Philosoph Sadik Al Azm, einer der führenden syrischen
Intellektuellen, sagte, Adonis könne mit seinen zweideutigen,
doppelzüngigen und vagen Äußerungen zur Gewalt der syrischen
Regierung gegen das eigene Volk keinen Friedenspreis erhalten. „Die
Verschiebung der Verleihung ist eine gute Nachricht für Syrien und
die Opposition, nur müsste sie unendlich währen. An Adonis– Stelle
würde ich den Preis ablehnen“, so Al Azm im „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Der Literaturkritiker Hubert Winkels, Mitglied in der Jury des
Remarque-Preises, verteidigte dagegen sowohl die Entscheidung für
Adonis als auch die Verschiebung der Preisverleihung, die für den 20.
November geplant war. Die Preisverleihung selbst, so Winkels im
„Kölner Stadt-Anzeiger“, „stand und steht nicht in Frage“. Die Jury
habe im Licht der Kritik und nach nochmaliger Prüfung die
Gegenargumente für nicht schwerwiegend genug gehalten.

Pressekontakt:
Kölner Stadt-Anzeiger
Newsdesk
Telefon: 0221 224 3149

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