Kölner Stadt-Anzeiger: Woelki stärkt Einfluss der Laien im Erzbistum Köln Neue Gremienstruktur – Laien sprechen von Stilwandel und reklamieren Leitungsverantwortung

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Der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Woelki, treibt
die Neuordnung des Erzbistums Köln weiter voran und will dabei die
Laien stärker beteiligen. Nach der Neu- und Umbesetzung wichtiger
Führungspositionen im April verändert der Erzbischof jetzt
Zusammensetzung und Gewichtung der pastoralen Beratungsgremien, wie
der „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstag-Ausgabe) berichtet. Die zentrale
Rolle nimmt ein neu formierter „Pastoralrat“ ein. Diesem etwa
70-köpfigen Gremium gehören nicht nur Geistliche, sondern auch
Laienseelsorger und ehrenamtlich Engagierte an. In einem Brief an
alle Seelsorger, der dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vorliegt, spricht
Woelki von einer „grundlegenden Weichenstellung“. Ihm sei ein
„partizipativ angelegtes“ Gremium wichtig, „das verschiedenste
Personengruppen an einen Tisch bringt“ und „mich dann in den
zentralen Fragen der Seelsorge beraten könnte“. Das gilt auch für
einen kleineren „Ständigen Ausschuss“, der zwischen dem zweimal
jährlich tagenden Pastoralrat zusammentreten soll. Als dessen
schnelles, bewegliches Beiboot soll der Ständige Ausschuss nach
Woelkis Worten die Konferenz der Stadt- und Kreisdechanten ersetzen,
die aus Klerikern bestand. Der Vorsitzende des Kölner Diözesanrats,
Tim Kurzbach, sprach von einem „Signal für einen anderen Stil“. Der
Kardinal mache deutlich, „dass er sich nicht nur auf den Priesterrat
verlassen, sondern die Laien konsultieren will“, so deren oberster
Vertreter im Erzbistum. Kurzbach gab aber zu bedenken, dass Beratung
nicht gleichbedeutend mit Befugnis ist. Für echte Formen der
Mitbestimmung komme es deshalb darauf an, dass Woelki den neuen
Pastoralrat nicht nur anhöre, sondern dessen Voten auch
berücksichtige. Als eine der wichtigsten Aufgaben nannte Kurzbach die
Reform der Pfarrgemeinden und reklamierte die Mitverantwortung von
Laien in der Gemeindeleitung. Dem kirchenrechtlich vorgeschriebenen
Priesterrat, in dem nur Kleriker Sitz und Stimme haben, weist Woelki
künftig nur mehr eine untergeordnete Rolle zu. Er soll sich neben
seinen kanonisch festgelegten Aufgaben etwa mit dem
„Selbstverständnis der priesterlichen Rolle in der Zukunft“ befassen.
Bereits im April hatte der Kölner Kardinal mit der Neubesetzung von
Führungsposten in der Bistumsverwaltung eine Abkehr von der Ära
seines Vorgängers, Kardinal Joachim Meisner, vollzogen.

Pressekontakt:
Kölner Stadt-Anzeiger
Newsdesk
Telefon: 0221 224 3149

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