Kölnische Rundschau: Kommentar zu Katholikentag/AfD

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Das ist schon eine reife Leistung: Eine Partei, die
keinen Vertreter auf ein Podium des Leipziger Katholikentages
entsenden durfte, hat große Teile der Diskussion dort beherrscht. Mit
seiner Fehlentscheidung, die AfD auszugrenzen, hat das Zentralkomitee
der deutschen Katholiken dieser Partei einen PR-Coup beschert.

Wohl wahr: In der AfD werden Positionen zum Umgang mit Migranten
vertreten, die dem christlichen Menschenbild Hohn sprechen. Umso
näher hätte es gelegen, den Parteichef Jörg Meuthen zu fragen, wie er
als Katholik so eine Gruppierung führen kann. Wo wäre der Ort dafür
gewesen, wenn nicht hier? Was hätte Meuthen zu dem kirchenfeindlichen
Angriff des bayerischen AfD-Chefs Petr Bystron gesagt, der hinter dem
Engagement für Flüchtlinge Geschäftemacherei wittert? Wäre ihm am
Rande der Schlussveranstaltung etwas zu der verquast dementierten
rassistischen Flegelei seines Parteifreundes Gauland gegen Jérôme
Boateng eingefallen?

Wer ein ernst zu nehmendes Forum für gesellschaftliche Debatten
anbieten will, muss Vertreter relevanter Positionen zu Wort kommen
lassen. Wenn der Bundespräsident die AfD-Leute als „Dödel“ bezeichnen
darf, sie selbst aber Auftrittsverbot erhalten, dann setzen sich die
Veranstalter ins Unrecht. Man hatte ja auch die Linkspartei zu Gast,
obwohl deren Fraktionschefin Sahra Wagenknecht in punkto
Flüchtlingspolitik der AfD nacheifert.

Pressekontakt:
Kölnische Rundschau
Raimund Neuß
Telefon: 0228-6688-546
print@kr-redaktion.de

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