Kölnische Rundschau: Theologe Khorchide warnt für „gefährlicher Rhetorik“ bei islamischen Verbänden

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Der muslimische Theologe Mouhanad Khorchide wirbt
eindringlich für einen „europäischen Islam“, „der sich als
selbstverständlichen Teil Europas sieht und entfaltet“. In einem
Interview mit der Kölnischen Rundschau (Mittwochausgabe) warnte der
in Münster lehrende Wissenschaftler vor einer „gefährlichen Rhetorik“
etwa in der „Islamischen Charta“ deutscher muslimischer Verbände:
„Hier stellen sich Muslime gerade nicht als selbstverständlicher Teil
dieser Gesellschaft dar, sondern meinen, sie müssten erst einen
Vertrag mit dieser Gesellschaft, mit Europa eingehen.“ Nach Ansicht
Khorchides ist es auch „hochproblematisch, dass Imame aus dem Ausland
hier in Deutschland zu den Menschen sprechen und die religiösen
Bezüge herstellen“. Diese Prediger würden die Lebenswirklichkeit in
Deutschland nicht kennen. Khorchide, der an der Universität Münster
für die Ausbildung islamischer Religionslehrer zuständig ist, wandte
sich nachdrücklich gegen Versuche, aus einer wörtlichen Auslegung des
Koran Rechtsvorschriften für die Gegenwart herzuleiten. Man müsse den
Koran vielmehr im historischen Kontext des 7. Jahrhunderts verstehen
und die Rolle Mohammeds als Glaubenslehrer von der des
Staatsoberhaupts trennen. „Die juristischen Maßnahmen, wie
Körperstrafen, sind für Muslime heute nicht bindend.“ Wer das
einsehe, könne auch als Muslim das Prinzip eines säkularen Staates
vertreten, sagte Khorchide.

Pressekontakt:
Kölnische Rundschau
Raimund Neuß
Telefon: 0228-6688-546
print@kr-redaktion.de

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