Kommt es zu einem Wechsel an der Weichsel? / Parlamentswahlen in Polen

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In Polen finden am 25. Oktober
Parlamentswahlen statt. Im Wahlkampf stehen sich mit der regierenden
liberal-konservativen PO und der national-konservativen PiS zwei
Hauptkonkurrenten gegenüber. Um den Einzug in den Sejm kämpfen jedoch
landesweit insgesamt acht Parteien. Für die beiden großen Parteien
wird das Abschneiden ihrer möglichen Koalitionspartner somit
entscheidend.

Polen zählte 2014 mit 3,4 Prozent Wachstum zu den dynamischsten
Wirtschaften Europas. Mittelfristig gehen Marktexperten von noch
höheren Zuwächsen aus, die durch die steigende Binnennachfrage und
weitere Exporterfolge begünstigt werden. Einen zusätzlichen Antrieb
mit fast 125 Milliarden Euro stellen die EU-Mittel aus der neuen
Finanzperiode bis 2020 dar.

Gerade die Mittel der Europäischen Union (EU) sind für Polens
Wirtschaft immens wichtig. „Die Fördermittel waren nicht nur Garant
für einen sehr geringen Einfluss der globalen Wirtschaftskrise auf
die Konjunktur, sondern haben die Entwicklung des Landes in ganz neue
Höhen katapultiert. Seit dem EU-Beitritt konnte sich die polnische
Wirtschaftsleistung mehr als verdoppeln, das Bruttoinlandsprodukt pro
Kopf stieg von knapp über 40 Prozent des EU-Durchschnitts auf beinahe
zwei Drittel“, so Michal Wozniak, Polen-Experte von Germany Trade &
Invest in Warschau. Innerhalb eines Jahres verringerte sich auch die
Arbeitslosenquote in Polen um knapp eineinhalb Prozentpunkte und
betrug 2014 nur noch 9 Prozent. Der positive Trend setzte sich 2015
fort: Ende August waren laut Eurostat noch 7,2 Prozent der
Beschäftigungswilligen ohne Anstellung.

Vom wirtschaftlichen Aufschwung profitierten bisher auch die
westlichen Nachbarn. Deutschland hat in den letzten beiden Jahren
Anteile dazugewonnen und lieferte 2014 etwa 22 Prozent aller
polnischen Importe. Der Wert aller Warenexporte nach Polen betrug
vergangenes Jahr rund 46,7 Milliarden Euro, im Gegenzug importierte
die Bundesrepublik Waren im Wert von knapp 39,8 Milliarden Euro.

Auch die größten Geldgeber, deutsche Unternehmen, entziehen sich
dem Reiz nicht und würdigen vor allem die Arbeitskräfte und
Zulieferbasis. Allmählich starten zudem EU-gestützte Projekte, die
vor allem Geschäftschancen im Straßen- und Schienenbau eröffnen.
Trotz der vielversprechenden Ausgangslage empfiehlt Wozniak,
sämtliche Faktoren zu beachten: „Wo viel Licht ist, ist auch viel
Schatten, und in diesem lauern vor allem die bürokratischen
Strukturen und die instabile Gesetzgebung.“ Durch großzügige
Zuwendungen für Forschung und Entwicklung hoffen die Verantwortlichen
zudem, die magere Innovationskraft der polnischen Unternehmen
steigern zu können.

Germany Trade & Invest (GTAI) ist die
Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Die
Gesellschaft informiert deutsche Unternehmen über Auslandsmärkte,
wirbt für den Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland und
begleitet ausländische Unternehmen bei der Ansiedlung in Deutschland.

Pressekontakt:
Andreas Bilfinger
T. +49 (0)30 200 099-173
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