Kritik am Klimaschutzplan 2050 / Zu hohe Anforderungen und Verbote für Eigenheimbesitzer und Vermieter schaden der Energiewende (FOTO)

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Die Maßnahmen für den Gebäudebereich im jüngst publik gewordenen
Entwurf der Bundesregierung für einen Klimaschutzplan schaden dem
Erreichen der Energieeinsparziele, weil sie bewährte
Effizienzmaßnahmen ausschließen und die energetische Sanierung
insgesamt verteuern. Davor warnt das Institut für Wärme und
Oeltechnik (IWO). „Wir begrüßen die Anstrengungen für mehr
Energieeffizienz, gerade im Gebäudebereich“, erklärt
IWO-Geschäftsführer Adrian Willig. „Doch sollten alle Maßnahmen
wirtschaftlich, sozial ausgewogen und technologieoffen sein. Mit zu
hohen Anforderungen und Verboten wird man die Energiewende und damit
auch den Klimaschutz nicht voranbringen. Sie belasten die
Hauseigentümer und verunsichern alle, die ihre Heizung bereits jetzt
modernisieren wollen.“

Der von Bundesumweltministerium federführend verfasste
„Klimaschutzplan 2050“ sieht in seiner derzeitigen Fassung eine
drastische Einschränkung im Bereich der Heiztechnologien vor. So soll
der Einbau neuer effizienter Brennwertheizungen im Sanierungsfall ab
2020 nicht mehr staatlich gefördert werden und zudem ab 2030 gänzlich
ausgeschlossen werden. Da selbst Holzheizungen aus Sicht der
Klimaschutzministerin Hendricks nicht mehr infrage kommen, wären
faktisch nur noch Strom-Wärmepumpen zugelassen – Heizöl, Erdgas und
Holz würden aus dem Energiemix verdrängt.

Allein im Hinblick auf die in Deutschland betriebenen Ölheizungen
beträfe dies 20 Millionen Menschen. „Die Bundesregierung würde den
jetzigen Plänen zufolge nicht nur den Verbraucherwillen ignorieren,
sondern den Eigenheimbesitzern und Vermietern künftig beträchtliche
Kosten für die Umstellung ihrer Heizsysteme auf Strom-Wärmepumpen
aufbürden“, so Willig. Zudem wäre bei einer einseitigen Fixierung auf
Strom die Versorgungssicherheit nicht mehr gewährleistet. „Es ist
derzeit überhaupt nicht abzusehen, ob die Produktion von Wind- und
Solarstrom sowie das Stromnetz überhaupt in dem Maße ausgebaut werden
können, wie der –Klimaschutzplan 2050– das vorsieht. Zumal ja auch
andere Sektoren wie etwa der Verkehr elektrifiziert werden sollen.
Und selbst wenn das gelänge, müssten deutlich höhere
Kraftwerkskapazitäten als bisher für Zeiten vorgehalten werden, in
denen Sonne und Wind nicht genug Energie liefern.“

Darüber hinaus würden die Pläne der Bundesregierung Verbraucher,
die jetzt modernisieren wollen, unnötig verunsichern. „Wer eine neue
Öl- oder Gas-Brennwertheizung einbaut, kann auf einen Schlag die
CO2-Emissionen um 30 Prozent reduzieren. Wer zusätzlich Solarthermie
und einen Kaminofen nutzt sowie Maßnahmen zur Gebäudedämmung
vornimmt, kann so Einsparungen von 60, 70 oder sogar mehr als 80
Prozent erzielen“, erklärt Willig. Zudem könnten ölbeheizte Gebäude
mittels Power-to-Heat auch Strom aus erneuerbaren Quellen nutzen und
dabei sogar die Stromnetze entlasten, wenn die Regierung die nötigen
Rahmenbedingen schaffen würde.

„Das alles ist bereits heute ohne Verbote möglich. Es ist daher
viel wichtiger, die Menschen aufzuklären und zu motivieren, als ihnen
vorzuschreiben, wie sie klimapolitisch korrekt zu leben haben und wie
sie energetische Modernisierungen vornehmen sollen“, so Willig. Eine
Abkehr vom Weg der Technologieoffenheit würde zudem Deutschland als
Wirtschaftsstandort schwächen und seine Vorreiterrolle im Bereich der
Energiewende gefährden. „Die Heiztechnik und die
Brennstoffentwicklung können in den kommenden Dekaden noch
beachtliche Fortschritte erzielen. Alle Forschungsvorhaben werden
aber bereits heute gefährdet, wenn die Regierung verbietet, statt zu
fördern.“

Pressekontakt:
Institut für Wärme und Oeltechnik e. V. (IWO)
Rainer Diederichs (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
Süderstraße 73 a
20097 Hamburg
Tel +49 40 235113-884
Fax +49 40 23 5113-29
presse@iwo.de
www.zukunftsheizen.de/presse

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