Ländliche Förderung: Besser machen, einfach halten – fordert EWSA (FOTO)

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Die ländlichen Gebiete in der EU unterscheiden sich innerhalb und
zwischen Mitgliedstaaten. Es ist wichtig, diese Differenzen zu kennen
und sicherzustellen, dass ländliche Programme und Maßnahmen jene
Differenzen auf EU- und Mitgliedsstaaten-Ebene berücksichtigen. In
seiner Initiativstellungnahme –Konkrete Maßnahmen nach der
Cork-2.0-Erklärung–, fordert der Europäische Wirtschafts- und
Sozialausschuss (EWSA) zielgesetztere Förderungen für die Entwicklung
von ländlichen Gebieten, basierend auf den Prioritäten der jeweiligen
Mitgliedstaaten, Regionen und Initiativen der Zivilgesellschaft.

Nur das verpflichtende –Rural Proofing– wird effektive Richtlinien
garantieren

Die Entwicklung des ländlichen Raums ist ein Querschnittsthema,
welches nicht einzig durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für
die Entwicklung des Ländlichen Raums (ELER) geschultert werden kann.
Ländliche Entwicklung betrifft prinzipiell alle Politikbereiche. Der
EWSA fordert somit eine kohärentere Politik, sowie eine Erhöhung der
Anteile der ESI-Fonds für die ländliche Entwicklung – insbesondere in
Bezug auf den Europäischen Landwirtschaftsfonds für Regionale
Entwicklung (EFRE) und den Europäischen Sozialfonds (ESF). Dies sind
erforderliche Schritte, um bestehende Disparitäten und territoriale
Ungleichgewichte abzubauen.

Der EWSA ist der Meinung, dass –Rural Proofing– – ein Instrument,
um die Auswirkung von Politikentscheidungen auf ländliche Gebiete zu
identifizieren – verpflichtend sein muss. „–Rural Proofing–, welches
allein zu Untersuchungen und Feststellungen führt, ist bedeutungslos;
es muss eine wahre und akkurate Grundlage liefern für Menschen, die
landwirtschaftliche Politikentscheidungen treffen, einschließlich der
Verteilung von Fördermitteln“, sagte Brendan Burns, Präsident der
EWSA NAT-Fachgruppe.

In der Stellungnahme hebt der EWSA zudem hervor, dass die
Vereinfachung auf allen Ebenen – regional, national, sowie auf
EU-Ebene – von großer Dringlichkeit ist. „Wenn die EU die
bürokratischen Hürden nicht vermindert, werden immer weniger
Landwirte bereit sein, ihre einzigartige Landschaft zu schützen und
zu fördern. Das wird sehr viel teurer werden als gezielte
Subventionen. Leidtragende werden europäische Bürger sein, sowohl in
Städten, als auch auf dem Land“, betont Berichterstatterin Sofia
Björnsson.

Der EWSA befürwortet die Cork 2.0 Erklärung, da sie starke
Unterstützung für ländliche Politik auf EU-Ebene bietet.

Die Förderung von Innovation und Digitalisierung hilft bei der
Schaffung von Arbeitsplätzen in ländlichen Gebieten

Nachhaltige Landwirtschaft und ländliche Entwicklung brauchen
innovative Lösungen. Für klimaintelligente Lösungen und eine stärker
kreislauforientierte, ökologische Wirtschaft besteht großes
Potenzial. Die Erzeugung von Solar-, Wind-, Wasserkraft- und
Bioenergie würde nicht nur dem Klima helfen, sondern wäre auch eine
nachhaltige Einkommensquelle für Menschen in ländlichen Gebieten.
„Die Implementierung von Innovationen und das Anwenden neuer
Technologien erfordert jedoch häufig umfangreiche Investitionen und
hohes Risiko. Um dieses Risiko zu vermindern, könnten entweder
öffentliche Fördermittel genutzt werden oder eine Gruppe von
Landwirten könnte gemeinsam investieren“, sagte Frau Björnsson, die
daran glaubt, dass Innovationsstrategien und Förderungen auf
identifizierten Bedürfnissen basieren müssen. Nach Auffassung des
EWSA können Gemeinschaftsinitiativen wie die Europäische
Innovations-Partnerschaft (z.B. EIP-Agri) aufgrund ihres basisnahen
Ansatzes von Nutzen sein.

Wenn junge Menschen in ländlichen Gebieten bleiben und Unternehmen
und Unternehmer dort Erfolg haben sollen, ist eine qualitative
Breitbandversorgung essenziell, sowohl aus Gründen der Sicherheit als
auch für die Lebensqualität. „Breitband ist ein Muss für Unternehmen
und Unternehmer und moderne Landwirtschaft hängt immer mehr von
funktionierendem Internet ab“, sagte Frau Björnsson. Wo die
Marktkräfte nicht ausreichen, sollen EU-Finanzhilfen genutzt werden,
damit Breitband auch abgelegene Gemeinden erreichen kann.

Ackerland und Wälder machen 85% der Gesamtfläche der EU aus und
stellen Europäern Nahrung, Futtermittel, Energie, Fasern und
kollektive Güter, wie eine reichhaltige Flora und Fauna, zur
Verfügung. Diese vielfältige Landschaft kann auch dazu beitragen,
andere unternehmerische Möglichkeiten – nicht nur in der
Landwirtschaft – zu schaffen, vor allem in der Tourismus- und
Freizeitbranche. Landwirtschaft ist zudem der Hauptantrieb für den
Übergang zu nachhaltigen Lebensmittelsystemen. Die Förderung von
lokalem Verbrauch nutzt nicht nur lokalen Wirtschaften und der
landwirtschaftlichen Produktion, sondern verkürzt auch die
Versorgungskette und hilft somit unserer Umwelt.

Zu guter Letzt sind ländliche Gebiete auch Schlüsselakteure bei
der Implementierung von internationalen Verpflichtungen im Rahmen der
UN Nachhaltigkeits-Ziele und des Pariser Klimaschutzabkommens (COP
21).

Der europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss ist ein
institutionelles Beratungsgremium, welches durch den Vertrag von Rom
1957 gegründet wurde. Der Ausschuss hat 350 Mitglieder aus ganz
Europa, die vom Rat der Europäischen Union ernannt werden. Er
repräsentiert die verschiedenen wirtschaftlichen und sozialen
Komponenten der organisierten Zivilgesellschaft. Seine beratende
Rolle ermöglicht es seinen Mitgliedern, und damit den Organisationen,
die sie vertreten, an dem EU-Entscheidungsprozess teilzunehmen.

Pressekontakt:
press@eesc.europa.eu

Original-Content von: Europ?ischer Wirtschafts- und Sozialausschuss, übermittelt durch news aktuell

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