Lausitzer Rundschau: Das Projekt hat ein dickes Lob verdient Die EU und der Diesel

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Die Geschichte hinter der Einführung neuer
Testverfahren für Autos hat das Zeug, zum Lehrstück für EU-Politik zu
werden. Sie zeigt zum einen, dass der Verbraucher bei Autothemen
deutlich besser in Brüssel aufgehoben ist als etwa in Berlin oder
Paris. Die EU-Kommission hat nämlich die Initiative ergriffen, um die
weitverbreiteten Lügen der Hersteller zum Spritverbrauch von Autos zu
entlarven. Und die Nationalstaaten waren es, die über ihr Recht, bei
Gesetzgebungsverfahren im Ministerrat mitzusprechen, diesen Wunsch
nach Transparenz nach Kräften unterlaufen haben. Sie haben etwa dafür
gesorgt, dass die Hersteller eine Gnadenfrist bekommen, bis die
realistischeren neuen Verbrauchswerte in die Berechnung der
Flottenverbräuche einfließen. Deutlich wird zum anderen, wie dick die
Bretter sind, die in Europa gebohrt werden müssen, bevor sich
wirklich etwas ändert: Die neuen Tests werden zwar heute
verpflichtend eingeführt. Bis die Angaben zum Spritverbrauch in den
Schaufenstern der Autohäuser in allen 28 EU-Mitgliedsländern
zumindest etwas ehrlicher ausfallen, werden aber noch mindestens
anderthalb Jahre vergehen. Dies ändert aber nichts daran, dass das
Projekt ein dickes Lob verdient. Nicht nur die Angaben zum
Spritverbrauch werden realistischer. Indem der Schadstoffausstoß
künftig bei ganz normaler Fahrt und nicht mehr auf der Rolle im Labor
gemessen wird, ist Schummelei mit manipulierter Software nicht mehr
möglich. Damit hat die Kommission eine wichtige Lehre aus dem
Dieselskandal gezogen.

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