Lausitzer Rundschau: Eine neue Zeit? – Bundesrat will die Ehe für alle

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Die Debatte um die Ehe für alle, so richtig und
notwendig sie ist, hat in den vergangenen Tagen auch eine merkwürdige
Richtung eingeschlagen: Wehe dem, der ein Problem damit hat. Wehe
dem, der noch nicht so weit ist, einer Idee zu folgen, deren Zeit
gekommen sein soll, wie die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin
Malu Dreyer am Freitag im Bundesrat sagte. Wehe dem, der dieser Idee
aus moralischen und religiösen Gründen nicht anhängen kann oder aus
einem anderen Verständnis von Ehe heraus der neuen Zeit skeptisch
gegenübersteht. Auch die Befürworter der Ehe für alle sollten wieder
verbal abrüsten, nicht nur die Gegner. Diskriminierung lässt sich
nämlich nicht dadurch beenden, dass man Andersdenkende neu
diskriminiert oder ihre Bedenken nicht ernst nimmt. Schon gar nicht
bei einem gesellschaftlich so heiklen Thema, bei dem mehr emotionale
als rationale Gründe die Haltung von Menschen bestimmen. Denn
rational gesehen ist es ja richtig, was die Befürworter einer Öffnung
der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare fordern. Sie haben die
eindeutig besseren, die überzeugenderen Argumente. Wenn zwei Menschen
füreinander da sind, füreinander einstehen und sorgen wollen, dann
ist es eben nicht mehr erklärbar, warum das Geschlecht ein
Rechtshemmnis sein soll. Außerdem: Was würde sich für verschieden
geschlechtliche Paare ändern? Nichts. Die Ehe an sich wird nicht
angegriffen, sondern nur für viele Menschen erweitert. Der Bundesrat
hat gestern ein wichtiges Signal für die völlige Gleichstellung
gegeben. Mehr aber noch nicht. Die große Hürde steht im Bundestag.
Sie heißt Große Koalition.

Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau

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