Lausitzer Rundschau: Irgendwie, irgendwo Der Bundesinnenminister und seine Zahlen

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Innenminister de Maizière hat danebengegriffen.
Seine Behauptung, Ärzte würden 70 Prozent der Männer unter 40 Jahren
vor einer Abschiebung für krank erklären, ist nicht gedeckt gewesen.
Sie kam wohl aus dem Bauch heraus, weil irgendwie, irgendwo schon mal
gehört. Doch irgendwie und irgendwo helfen nicht weiter. Wem an einer
sachlichen Debatte über Abschiebehindernisse gelegen ist, und die
muss geführt werden, dem darf ein solcher Fauxpas nicht wieder
unterlaufen. Denn schon im vergangenen Jahr hat de Maizière
behauptet, dass sich 30 Prozent der Asylsuchenden mit gefälschten
Papieren als Syrer ausgäben. Auch da lag er falsch. Doch seitdem wird
die Zahl von Flüchtlingsgegnern verwendet. De Maizière muss sich
endlich bewusst werden: Wer mit Zahlen hantiert, der sollte sich
sicher sein, dass sie stimmen. Denn Zahlen sind Argumente, sie werden
benutzt und instrumentalisiert. Vor allem in der Flüchtlingsfrage.

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