Lausitzer Rundschau: Nacharbeiten EU-Pläne für Abfallgesetze – Bürokratie-Monster für Handwerker

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Darf die Friseurin künftig nicht mehr die kaputte
Leuchtstoffröhre aus ihrem Laden zum Recyclinghof bringen? Oder ein
Tischler die alten Fenster mit Holzrahmen abtransportieren, bevor er
neue einbaut? Es kann kein Zweifel geben, dass es nicht hinnehmbar
wäre, wenn die Reform der Abfallgesetze auf EU-Ebene Folgen wie diese
hätte. Daher ist es höchste Zeit, dass im weiteren
Gesetzgebungsverfahren eine Ausnahmeregelung eingebaut wird, die es
Handwerkern auch künftig erlaubt, in geringen Mengen „gefährliche
Abfälle“ mit dem firmeneigenen Fahrzeug von der Baustelle abzufahren.
Wohl gemerkt: Es geht nur um den Transport, eine fachmännische
Entsorgung ist ohnehin sichergestellt. Dafür sorgen andere Gesetze.
Nun wäre es verlockend, sich über die angeblichen Bürokraten im
lebensfernen Brüssel zu ereifern. Die mit Ignoranz neue Gesetze und
dem Bürger das Leben schwer machen. Diese Kritik ist aber fehl am
Platze. Die EU ist groß, nicht in allen Ländern sind die Handwerker
so gut ausgebildet wie bei uns. Hierzulande lernen sie bereits in der
Berufsschule, wie sie mit Chemikalien professionell umgehen. Zudem
darf man nicht vergessen, dass die Sache mitten im
Gesetzgebungsverfahren steckt. Jetzt ist der Zeitpunkt beim
Gesetze-Machen, wo externer Sachverstand hinzugezogen wird. Etwa von
den Handwerkern, die auf die Folgen für ihre Branche hinweisen. Nur
nebenbei: Diejenigen, die dem Politikbetrieb in Brüssel und Berlin
übelwollen, bezeichnen eben jenen Rat gern als „lobbygetrieben“.
Dabei verkennen sie aber, dass eben jener Rat dazu beiträgt, Fehler
zu vermeiden.

Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau

Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
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