Lausitzer Rundschau: Wer bietet mehr? – Minister fordert drastische Strafzahlungen bei Verkehrsdelikten

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1000 Euro Bußgeld für
Geschwindigkeitsüberschreitungen – wer bietet mehr? Niedersachsens
Innenminister Boris Pistorius scheint Maß und Mitte verloren zu
haben, wenn er vorschlägt, Autofahrer gleich so massiv zur Kasse zu
bitten. Warum nicht 1500 oder 2000 Euro? So kann man den Leuten das
Autofahren auch vermiesen. Dass härter gegen notorische Raser
durchgegriffen werden muss, ist keine Frage. Doch schon jetzt können
motorisierte Idioten für Monate von der Straße verbannt werden. Und
sie müssen für ihre Vergehen zum Teil teuer bezahlen. Das Problem ist
ein ganz anderes: Es gibt in Deutschland im Verkehrsbereich ein
erhebliches Kontrolldefizit. Viel zu viele Verstöße werden nicht mehr
geahndet, weil die Polizei sie als zu lapidar empfindet, was häufig
in den großen Städten der Fall ist. Vor allem aber bleiben zahlreiche
Delikte schlichtweg unbemerkt. Mangels Personal und vieler anderer
Aufgaben, die die Beamten stärker binden. Den Verkehrspolizisten im
klassischen Sinne gibt es kaum noch. Wäre es anders, würde dies
verrückte Raser abschrecken. Vermutlich glaubt Pistorius, diese
Defizite über ein extremes Bußgeld ausgleichen zu können. Wer aber
wirklich etwas ändern will, muss endlich dafür sorgen, dass die
Polizei konsequenter durchgreift und dazu personell auch in der Lage
ist.

Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau

Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de

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