Logopädie/Sprachtherapie: Verbände fordern neue gesetzliche Grundlage für Therapeutenausbildung / Evaluationsergebnisse der Modellstudiengänge belegen Notwendigkeit hochschulischer Ausbildung

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Der im Januar 2016 gegründete Arbeitskreis
Berufsgesetz, dem Verbände aus dem Bereich Logopädie / Stimm-,
Sprech-, Sprachtherapie angehören, fordert eine grundlegende Änderung
des Gesetzes über den Beruf des Logopäden. „Nach Abschluss der
Evaluation der Modellstudiengänge im Bereich der Logopädie in 2015
stehen dem Gesetzgeber nun die notwendigen Grundlagen zur Verfügung,
um über die weitere Entwicklung der in der Modellklausel
berücksichtigten Gesundheitsfachberufe zu entscheiden“ so Dietlinde
Schrey-Dern, Präsidentin des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie
e.V. (dbl), der dem Arbeitskreis angehört.

„Unsere zentrale Forderung ist die Einrichtung einer
flächendeckenden primärqualifizierenden hochschulischen Ausbildung
für alle in unserem Bereich tätigen Berufsgruppen“, so
Arbeitskreismitglied Katrin Schubert, Bundesvorsitzende des Deutschen
Bundesverbandes der akademischen Sprachtherapeuten (dbs). Die
Ausbildung müsse zu 100 Prozent auf hochschulischer Ebene angesiedelt
werden. Akademische Ausbildungsgänge seien im Übrigen kein Novum, so
Schubert: „Schon seit 1905 gibt es hochschulische Ausbildungen in
verschiedenen Bereichen der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie. Heute
sind etwa 30 Prozent der Berufsangehörigen hochschulisch
qualifiziert“.

„Die Notwendigkeit einer primärqualifizierenden hochschulischen
Ausbildung ergibt sich vor allem aus den aktuellen und zukünftigen
Anforderungen an eine angemessene Patientenversorgung“, betont Marion
Malzahn, Bundesvorsitzende des Deutschen Bundesverbandes der Atem-,
Sprech- und Stimmlehrer/innen (dba). In 30 europäischen Ländern sei
die hochschulische Ausbildung in der Logopädie/Sprachtherapie bereits
Standard. „Die im vergangenen Jahr positiv abgeschlossene Evaluation
der Modellstudiengänge in der Logopädie hat die Notwendigkeit der
hochschulischen Ausbildung eindrucksvoll bestätigt. Diese Modelle
müssen jetzt in die regelhafte hochschulische Ausbildung überführt
werden“, fordert Prof. Dr. Norina Lauer, die den Hochschulverbund
Gesundheitsfachberufe e.V. (HVG) im Arbeitskreis vertritt. Die
Ausbildungsinhalte müssten nationalen und internationalen Standards
in Bezug auf Kompetenzorientierung entsprechen.

Vera Wanetschka vom Bundesverband Deutscher Schulen für Logopädie
e.V. (BDSL) weist darauf hin, dass sich der Arbeitskreis bewusst ist,
dass die geforderte Überleitung der Ausbildung an die Hochschule auf
einer längeren Zeitachse zu sehen ist, was aber nicht über den
dringenden Handlungsbedarf hinwegtäuschen darf. „Die derzeit in der
Logopädie / Stimm-, Sprech-, Sprachtherapie tätigen Kolleginnen und
Kollegen müssen selbstverständlich Bestandsschutz genießen. Zudem
sind für diese Berufsangehörigen Möglichkeiten für einen
erleichterten Zugang zur hochschulischen Weiterqualifikation zu
schaffen. Die Kompetenz der Lehrenden an Berufsfachschulen, von denen
viele bereits akademisch qualifiziert sind, muss auch künftig als
Ressource genutzt werden“.

Weiterhin begrüßt der Arbeitskreis ausdrücklich den Beschluss der
Gesundheitsministerkonferenz in der 89. Sitzung vom 29. – 30. Juni
2016, in dem das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gebeten wird,
zu prüfen, ob durch Änderung des SGB V und der entsprechenden Gesetze
über die jeweiligen Gesundheitsfachberufe die Voraussetzungen für
Modellvorhaben zum Direktzugang zu Lasten der gesetzlichen
Krankenversicherung geschaffen werden können. Die im AK vertretenen
Berufsverbände haben in ihrer Stellungnahme zum Entwurf des Heil- und
Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) die Einführung von Modellvorhaben
für den Direktzugang gefordert.

Zum Arbeitskreis:

Dem Arbeitskreis Berufsgesetz gehören Vertreter/innen folgender
Verbände an: Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl),
Deutscher Bundesverband der akademischen Sprachtherapeuten e.V.
(dbs), Deutscher Bundesverband der Atem-, Sprech- und
Stimmlehrer/innen e.V. (dba), Hochschulverbund Gesundheitsfachberufe
e. V. (HVG). Bundesverband Deutscher Schulen für Logopädie e. V.
(BDSL).

Kontakt:
Arbeitskreis Berufsgesetz, Sprecherin Dietlinde Schrey-Dern, dbl
e.V., Augustinusstraße 11 a, 50226 Frechen, Ansprechpartnerin:
A. Pula-Keuneke, Referat Bildung/dbl e.V., Tel.: 0 22 34.379 530,
Fax: 0 22 34.379 53-13, E-Mail: pula@dbl-ev.de, Internet:
www.dbl-ev.de.

Pressekontakt: Matthias Geusen, Referat Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit, dbl e.V.,Tel.: 0 22 34.379 532, Fax: 0 22
34.379 53-13, E-Mail: presse@dbl-ev.de, Internet: www.dbl-ev.de.

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