LVZ: Guttenberg-Affäre: Spitzenverbände der Polizisten uneins über Folgen für Rechtsempfinden der Bürger

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„Keine negativen Auswirkungen“ auf das Verhältnis
der Bürger zum Rechtssystem erwarten der Bund Deutscher
Kriminalbeamter (BDK) und die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG)
aus der Plagiatsaffäre um Verteidigungsminister zu Guttenberg (CSU).
Dagegen wird nach Meinung der Gewerkschaft der Polizei „dadurch das
Rechtsempfinden bei vielen Menschen erheblich gestört“.
Gewerkschaftschef Bernhard Witthaut sagte gegenüber der „Leipziger
Volkszeitung“ (Dienstag-Ausgabe): „Man darf die Guttenberg-Affäre
nicht so beurteilen wie eine Frage zum Steuerrecht, wo jeder
versucht, möglichst wenig Steuern zu bezahlen.“

Für den Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt,
steht dagegen eines fest: „Es wird nirgendwo wirklich als Diebstahl
empfunden, was da gemacht wurde“, so Wendt gegenüber der Zeitung.
„Die Leute wissen schon genau zu unterscheiden zwischen
Straftatbeständen und der Aneignung von geistigem Eigentum.“ Zumal
das Abschreiben in der Wissenschaft „an der umzwinkernden
Tagesordnung“ sei, sagte Wendt.

Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Thomas
Mischke, sagte der Zeitung: „Die Bevölkerung, die von Teilen der
Politik als unmündig eingeschätzt wird, hat ein feines Gefühl für
das, was da gerade vor sich geht: Da wird ein normaler
Lebenssachverhalt politisiert und instrumentalisiert.“ Man habe es
„mit einem peinlichen Schaulaufen um einen Ikarus zu tun, der zu nahe
an der Sonne fliegt“.

Pressekontakt:
Leipziger Volkszeitung
Büro Berlin

Telefon: 030/233 244 0

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