Malediven: Angriff auf die Pressefreiheit – ARD-Korrespondent ausgewiesen

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Bei Dreharbeiten zum religiösen Extremismus und
dem Klimawandel auf den Malediven wurde der ARD-Studioleiter
Südasien, Dr. Markus Spieker, mit seinem Team wiederholt von der
Polizei festgenommen. Nach einem mehrstündigen Verhör durch Polizei
und Einwanderungsbehörde wurden der Korrespondent und seine drei
indischen Mitarbeiter vorgestern des Landes verwiesen. Begründet
wurde dies mit unzureichenden Drehgenehmigungen.

Dazu der Leiter des ARD-Studios Südasien, Dr. Markus Spieker: „Uns
wurde mit Inhaftierung gedroht, wenn wir nicht noch am selben Tagen
aus dem Land verschwinden würden. Zum Glück gab es auf einer Maschine
nach Sri Lanka noch vier freie Plätze.“ Spieker bekräftigte: „Die
Vorwürfe sind völlig haltlos. Wir waren mit allen nötigen
Genehmigungen ausgestattet.“

Das ARD-Team war seit Beginn der Dreharbeiten am Montag von den
örtlichen Behörden massiv behindert und mehrfach verhört worden. Vor
der Ausweisung wurde das Team sechs Stunden lang festgehalten und
musste ihr Gepäck unter Aufsicht aus dem Hotel holen. Zudem wurde ein
10-jähriges Einreiseverbot verhängt.

Konsularisch betreut wurde das Team durch die zuständige Deutsche
Botschaft in Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas.

Der Mitteldeutsche Rundfunk, der das Studio Südasien als
Federführer für die ARD betreibt, kritisierte die Ausweisung. Stefan
Raue, der MDR-Chefredakteur sagte:

„Wir verurteilen das Vorgehen der Regierung in Male. Die
Korrespondenten werden auch in Zukunft kritisch über die politische
Entwicklung in Südasien und auch auf den Malediven berichten. Wir
sind froh, dass die Kollegen unversehrt nach Neu Delhi zurückkehren
konnten.“

Seit 2013 herrscht in dem Inselstaat Präsident Abdullah Yameen,
der seinen Amtsvorgänger, Mohammed Nasheed und weitere politische
Gegner ins Gefängnis stecken ließ. Die Regierung verhängte im
November den Notstand. Gleichzeitig warnen
Menschenrechtsorganisationen vor einem wachsenden Einfluss radikaler
Islamisten in dem Inselstaat. Experten gehen davon aus, dass etwa 250
IS-Kämpfer in dem etwa 400000 Einwohner zählenden Inselstaat
rekrutiert worden sind. Im Europäischen Parlament wird derzeit eine
Resolution vorbereitet, in denen die immer gravierenderen
Menschenrechtsverstöße auf den Malediven scharf kritisiert werden.
Die Malediven sind das offizielle Partnerland der Internationalen
Tourismusbörse im kommenden Frühjahr.

Im MDR FERNSEHEN wird um 19.30 Uhr mdrAKTUELL und im Ersten werden
die ARD-Tagesthemen um 22.15 Uhr heute über den Vorgang berichten.

Pressekontakt:
MDR, Hauptabteilung Kommunikation, Susanne Odenthal,
Tel.: (0341) 3 00 64 57, E-Mail: susanne.odenthal@mdr.de,
Twitter: @MDRpresse

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