Märkische Oderzeitung: Die Märkische Oderzeitung schreibt zur Umfrage über Nato-Einsätze

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Dass die Mehrheit der Deutschen und
besonders viele Ostdeutsche ein hartes Vorgehen gegen Russland aber
äußerst kritisch sehen, ist nicht neu. Dafür gibt es gleich mehrere
Gründe: Zum einen historische – wie etwa die positive Erinnerung an
Gorbatschows Beitrag zur deutschen Einheit 1989 und die damalige
Hoffnung, dass sich der Ost-West-Konflikt gleich mit auflösen könnte.
Dann die politische Erwägung, dass man in der gegenwärtigen Situation
auch russische Interessen berücksichtigen sollte, um nicht zur
weiteren Eskalierung beizutragen. Und schließlich die nüchterne
Einschätzung, dass – trotz aller Aggressivität, die Putin gegenüber
der Ukraine zeigte und die viele Deutsche auch verurteilen – man
einen Angriffsbefehl des Kreml-Führers auf ein Nato-Land für
unwahrscheinlich hält. Mehr als zwei Drittel der Deutschen
unterstützen übrigens Wirtschaftshilfen für die Ukraine. In Polen
sieht man die Lage anders, allein schon wegen der größeren
geografischen Nähe zu Russland. Dort hat man eigene historische
Erfahrungen gemacht, vor allem die, dass Verbündete wie England und
Frankreich nach dem deutschen Überfall von 1939 auch nicht dazu
bereit waren, „für Danzig zu sterben“. Deshalb wird in Polens die
neue US-Studie so kommentiert, dass man im Falle eines heutigen
Konflikts mit Russland wohl nicht mit deutscher Hilfe und auch nicht
mit der von Franzosen oder Italienern rechnen könnte, die ebenfalls
das militärische Eingreifen ablehnen.

Pressekontakt:
Märkische Oderzeitung
CvD

Telefon: 0335/5530 563
cvd@moz.de

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