Menschenrechtsaktivist prangert in Deutschland Schiedsgerichtsverfahren gegen El Salvador an / Vortragsreise „Gold oder Leben“ mit Bernardo Belloso

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Nach einer nicht erteilten Goldkonzession
hat das kanadische Bergbauunternehmen OceanaGold den Staat El
Salvador vor dem Schiedsgericht der Weltbank (ICSID) auf 301
Millionen Dollar Entschädigung verklagt. Das Urteil wird in Kürze
erwartet.

„El Salvador wird verklagt, weil es auf Goldreserven sitzt, die es
zum Schutz von Mensch und Natur unter der Erde lässt“, sagt Bernardo
Belloso, Direktor der Organisation CRIPDES. Der Goldabbau hat in dem
mittelamerikanischen Land mit der Größe von Hessen bereits 90 Prozent
der Trinkwasserreserven vergiftet. „Die Menschen sollen dafür
bezahlen, dass sie ihr Trinkwasser schützen“, sagt CRIPDES-Leiter
Belloso. Auf seiner Europareise spricht der Umwelt- und
Menschenrechtsexperte über die Folgen des Goldbergbaus und den
Widerstand in seinem Land. Er ist für Vorträge, Presse- und
Lobbytermine in Münster (30.09.15) und Berlin (01./02.10.15).

Vorboten von TTIP: Schiedsgerichtverfahren gegen Staaten

El Salvador ist kein Einzelfall. Vom EU-Land Rumänien fordert der
kanadische Bergbaukonzern Gabriel Resources vor dem ICSID 2,56
Milliarden Dollar Schadensersatz, weil Bukarest keine
Umweltgenehmigung für Europas größten Goldtagebergbau erteilt hat.

„Ähnliches blüht auch Deutschland, sollten die transatlantischen
Freihandelsabkommen in Kraft treten“, sagt Christian Wimberger von
der Christlichen Initiative Romero (CIR), die im Rahmen der Kampagne
„Stop Mad Mining“ Bellosos Rundreise organisiert. Die umstrittenen
Abkommen mit den USA (TTIP) und Kanada (CETA) sehen
Investitionsschutzklauseln vor. Diese ermöglichen es multinationalen
Konzernen, Staaten zu verklagen, wenn sie ihre Investitionen durch
Regierungsentscheidungen beeinträchtigt sehen.

Volksbefragung in El Salvador: über 98 Prozent gegen Goldabbau

Menschenrechtsaktivist Belloso kann in El Salvador Erfolge
verbuchen: In drei von CRIPDES organsierten Volksabstimmungen
sprachen sich mehr als 98 Prozent der Menschen gegen den Bergbau in
ihren Gemeinden aus. Die Regierung in San Salvador hat 2009 ein
Moratorium auf alle Bergbauprojekte verhängt.

Im Vorfeld seiner Europareise sagte Belloso: „Ich freue mich
darauf, die Bevölkerung in Europa über die noch immer kaum beachteten
Folgen des metallischen Bergbaus zu sensibilisieren und so die
Kampagne Stop Mad Mining zu unterstützen.“ Auf seiner Rundreise
trifft Belloso in Bukarest auch VertreterInnen der
Widerstandsbewegung gegen den Goldbergbau in Rumänien und besucht
eine internationale Konferenz in Bratislava, wo er über die Situation
in El Salvador berichtet.

Hintergrund

Die Kampagne „Stop Mad Mining – For Ethical Mining and Resource
Consumption“, an der sich zwölf europäische Organisationen und
CRIPDES aus El Salvador beteiligen, macht sich im „Europäischen Jahr
für Entwicklung 2015″ stark für eine verbindliche Einhaltung
menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten und höchster
Umweltschutzstandards beim Abbau von Rohstoffen und für eine Senkung
des Verbrauchs auf ein global gerechtes und ökologisch verträgliches
Niveau.

Termine:

– Mi.,30. September: Vortrag und Diskussion „Gold oder Leben: Wie
Gemeinden in El Salvador dem Raubbau an der Natur widerstehen –
und was das mit uns zu tun hat.“, 19:30 Uhr,Stadtbücherei
Münster, Lesesaal, Alter Steinweg 11, 48143 Münster –
Pressegespräch vorab: 18 Uhr, Lernraum 1, Q-thek der
Stadtbücherei

– Do., 01. Oktober: Vortrag und Diskussion „Gold oder Leben: Wie
Gemeinden in El Salvador dem Raubbau an der Natur widerstehen –
und was das mit uns zu tun hat.“, 19 Uhr, Forschungs- und
Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V, Versammlungsraum
Mehringhof (Aufgang 3, 1. OG, links), Gneisenaustr. 2a,
10961 Berlin

– Fr., 02. Oktober: Pressegespräch 11 Uhr, Versammlungsraum
Mehringhof (Aufgang 3, 1. OG, links), Gneisenaustr. 2a, 10961
Berlin

Video „Stimmen des Widerstands gegen den Goldbergbau in El
Salvador“ auf Youtube: http://y2u.be/oSC-WowkaC4

Digitale Pressemappe
www.ci-romero.de/presse_bernardo_goldoderleben

Pressekontakt:
Peter Knobloch (knobloch@ci-romero.de)
oder Christian Wimberger (wimberger@ci-romero.de)
Telefon: 0251-89503, Mobil: 0163-6337933
Christliche Initiative Romero (CIR)
Breul 23
48143 Münster
www.ci-romero.de/rohstoffe

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