„Menschenwürdige Behandlung aller Flüchtlinge muss gewährleistet sein“ „Menschenwürdige Behandlung aller Flüchtlinge muss gewährleistet sein“/ Spitzentreffen bei Bundeskanzlerin Angela Merkel

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Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz,
Kardinal Reinhard Marx, und der Vorsitzende des Rates der
Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich
Bedford-Strohm, sind heute in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela
Merkel zusammengetroffen. Bei der Unterredung in konstruktiver
Atmosphäre würdigte sie insbesondere das ehrenamtliche Engagement
aller gesellschaftlichen Gruppen bei der Flüchtlingsaufnahme.
Bundeskanzlerin Merkel hatte heute Vertreter von Kirchen, Verbänden,
Wirtschaft, Kommunen und Stiftungen zu einem Spitzengespräch ins
Bundeskanzleramt eingeladen, um sich über das Thema Flüchtlinge
auszutauschen. Die Teilnehmer identifizierten die Herausforderungen,
die die aktuelle Flüchtlingssituation an alle gesellschaftlichen
Gruppen stellt, und erörterten Lösungsansätze.

Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm brachten ihre
Dankbarkeit für das hohe Maß an Solidarität, Hilfsbereitschaft und
Mitgefühl zum Ausdruck, das sich in den vergangenen Wochen gezeigt
habe. „Der Einsatz von staatlichen Stellen, Gruppen der
Zivilgesellschaft, Unternehmen und vielen Einzelpersonen verdient
unser aller Anerkennung. Allein 200.000 Ehrenamtliche in den beiden
Kirchen helfen in der aktuellen Situation mit“, so Kardinal Marx und
Landesbischof Bedford-Strohm.

Kardinal Marx betonte, dass jeder Asylbewerber menschenwürdig
behandelt werden müsse. „Das Grundrecht auf Asyl darf nicht in Frage
gestellt werden. Jeder, der einen Antrag auf Asyl stellt, muss ein
faires und schnelles Verfahren bekommen. Das ist unsere Forderung“,
so Kardinal Marx. Die Kirchen in Deutschland seien bereit, nach allen
Kräften Regierung und Kommunen in der Bewältigung der anliegenden
Aufgaben zu unterstützen.

Die Unterbringung und Integration von Schutzsuchenden sei eine
Herausforderung, die nur gesamtgesellschaftlich zu lösen sei. Beide
Vorsitzenden zeigen sich angesichts des breiten Schulterschlusses
jedoch zuversichtlich: „Als Kirchen werden wir weiterhin alles uns
Mögliche dazu beitragen, dass Menschen, die Flucht und Vertreibung
ausgesetzt waren, würdig bei uns aufgenommen werden“, sagte
Landesbischof Bedford-Strohm. Notwendig sei jedoch eine Koordinierung
des ehrenamtlichen Engagements in Deutschland.

Kardinal Marx erläuterte: „Für uns bleibt vor allem die
persönliche Begegnung von hohem Wert. Sie gibt den Menschen das
Gefühl, nicht nur versorgt, sondern angenommen zu werden.“
Landesbischof Bedford-Strohm: „Nach dem ersten Willkommen beginnt die
eigentliche Aufgabe. Integration erfordert einen langen Atem und das
Zusammenspiel aller gesellschaftlichen Kräfte.“

Beide Vorsitzenden betonten erneut, dass das Asylrecht keine
Obergrenze kenne: „Wir stimmen mit der Bundeskanzlerin darin überein,
dass niemand, der vor Krieg und Verfolgung flieht, schutzlos bleiben
darf.“

Hannover, 29. September 2015

Pressestelle der EKD

Carsten Splitt

Pressekontakt:
Carsten Splitt
Evangelische Kirche in Deutschland
Pressestelle
Stabsstelle Kommunikation
Herrenhäuser Strasse 12
D-30419 Hannover
Telefon: 0511 – 2796 – 269
E-Mail: presse@ekd.de

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