Mittelbayerische Zeitung: Christine Schröpf zum Zugunglück in Bad Aibling

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War es technisches oder menschliches Versagen,
war es schlicht eine Verkettung unglückseliger Umstände? Die Frage
nach der Schuld ist bei Katastrophen wie dem Zugunglück von Aibling
die drängendste. Dahinter steckt die Sehnsucht nach einer Erklärung
für Chaos, Elend und die abrupte Konfrontation mit dem Tod – als ob
das die Trauer in irgendeinerweise schmälern würde. So menschlich
verständlich dieser Wunsch auch sein mag: Die Aufklärung der
Unglücksursachen braucht Zeit. Es ist gut, dass die Ermittler sich
diese Zeit nehmen und Gerüchten und Spekulationen keine zusätzliche
Nahrung geben. Leichtfertige Vorverurteilungen, die am Ende nie mehr
völlig aus der Welt zu schaffen sind, verbieten sich. Vor offiziellen
Antworten muss gründlich und intensiv untersucht werden. Das gebietet
der Respekt vor den Toten und Verletzten, aber auch vor den
Angehörigen. Sorgsamkeit dürfen aber auch der oder diejenigen
erwarten, die möglicherweise tatsächlich Verantwortung oder
vielleicht nur eine Teilschuld am Unglück zu tragen haben und
unabhängig von juristischen Konsequenzen ein Leben lang damit zu
kämpfen haben werden.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
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