Mittelbayerische Zeitung: Der Schein trügt

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Stellen Sie sich vor, all das, was über
Karl-Theodor zu Guttenberg hereinbricht, wäre einem anderen passiert,
etwa Guido Westerwelle. Sie meinen, der hätte eine Plagiats-Affäre
politisch nicht überlebt? Stimmt! Ihm hätte man einen Fauxpas à la
„KT“ niemals verziehen, weil er ja als Außenminister so gute Arbeit
leistet. Es ist allein der Ikonisierung der Person Guttenbergs
geschuldet, dass er noch in Amt und Würden ist. Mit seiner bisherigen
Leistung als Verteidigungsminister ist es nicht zu rechtfertigen,
dass man dem Lügenbaron Rückendeckung gibt. Denn was Guttenberg
bisher abgeliefert hat, waren meist Schnellschüsse, die Kompetenz
vorgaukelten, sich im Nachhinein jedoch oft als Fehleinschätzung
erwiesen. Siehe Kundus-Affäre: Guttenberg feuert Generalinspekteur
Schneiderhan und Staatssekretär Peter Wichert mit der Begründung, sie
hätten ihm Informationen vorenthalten. Schneiderhan behauptet das
Gegenteil. Einer von beiden lügt. Siehe Gorch-Fock-Affäre: Guttenberg
feuert den Kommandanten – offenbar zu Unrecht, wie eine Untersuchung
jetzt offenbart. Auch bei der Bundeswehrreform geht sein Plan nicht
auf. Er braucht ein Jahr länger, um seine Sparvorgaben einzuhalten.
Zudem weiß niemand, wo die Freiwilligen als Ersatz für die
Wehrpflichtigen herkommen sollen. Schöne Worte reichen nicht. Auf
Taten kommt es an. Guttenberg sollte zurücktreten.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
nachrichten@mittelbayerische.de

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